Folge 59: Anti Müller (Yade Yasemin Önder)
Shownotes
Die Buchpreis-Wochen bei "Gelesen" beginnen. Und sogleich werden die großen Thesen herausgeholt. Maria ist sich sicher: "Anti Müller" ist besser als "Die Assistentin". Stimmen Lucas und Fynn diesem Statement zu? Wir diskutieren angeregt über Sprachästhetik, Autoimunisierung und Plätzchenbacken. Wie das zusammenpasst? Hört rein.
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00:00:00: Alles endet.
00:00:02: Die Jugend, Lebensphasen, Zukunftspläne – selbst Potenzialitäten implodieren zu drohender Lehre!
00:00:07: In Jade Yasmine und das Anti-Müller entten gleich mehrere Beziehungen die für die Protagonistin eine thirty-sechjährige Autorin eigentlich mit großen Hoffnungen verbunden waren.
00:00:16: Sie wollte Kinder mit Literat Karl Kautz und sie will Kinder mit dem Schauspieler Andy Müller.
00:00:21: doch diese sind wie so viele Männer rückgratlose ewige Kinder.
00:00:24: auch mit ihrem ersten Roman sauber geht es schwierig voran.
00:00:27: zwischen Kinderwunsch und literarscher Schöpfungskraft ergibt sich eine unbeständige Verbindungslinie, Online-Dating, Pseudo-Feministische Männer.
00:00:35: Die Literaturbranche und ein zunehmend drängender Kinderwunsch werden so persönlichen Multikrise.
00:00:40: Und davon der übergeordneten Erzählebene wird dann noch dauerhaft um Romanästhetik gerungen – um die Frage von Formen.
00:00:46: Kubistisch spiegelt Antimüller auch seine eigene Entstehung wieder.
00:00:49: Önder wird in Wiesbaden geborgen und will zuerst Musikerin werden!
00:00:54: Von Songtexten kommt sie zur Lyrik.
00:00:56: Sie studiert literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leidt So wie sich Szenisches schreiben an der Universität der Künste Berlin.
00:01:03: Eine Schaffenskrise bringt sie zum Theater, ihr Debüt Katonage wird im Burg Theater Wien aufgeführt.
00:01:09: nach ihrem Debüt Roman wir wissen Wir könnten und fallen Synchronen von.
00:01:16: Antimüller ist ihr zweiter Roman im Text, sorgt sich die Protagonistin um Verkaufszahlen, Kritiken und Literaturpreise.
00:01:23: Zumindest auf der Longlist des deutschen Buchpreises hat es Antimüler schon geschafft!
00:01:27: Wir haben den Roman gelesen – und wir das sind heute Maria Odejevskaya
00:01:32: Hallo
00:01:33: Und Finn Benkert
00:01:35: Hallo, hallo!
00:01:36: Und Lukas Bavenchik ist natürlich auch wie immer mit dabei.
00:01:38: Na ihr lieben Leute?
00:01:39: Wie viele Bumble, Tinder, okay Cupid und Joy Club Dates hattet ihr diese Woche schon?
00:01:45: Und wie viel werdet ihr noch haben?
00:01:47: Wo wird es lang gehen?
00:01:48: Auch wieder an der altbekannten Brücke in Berlin erzählt doch mal nehmen wir die Höhre doch mal mit.
00:01:53: Naja, ich bin ja in einer Langzeitbeziehung.
00:01:55: Aber ich bekomme in letzter Zeit wahnsinnig viel nervige Werbung für eine Dating App namens Snoggle auf YouTube wo dann irgendwie eine... Ich weiß nicht vielleicht KI-Frau erzählt wie aufregend ihr Wochenende war?
00:02:07: Ich fühle mich davon nicht angesprochen aber ich glaube Bewerbungen ist sowieso die Hölle.
00:02:12: also Ja, ich kann da leider nicht viel zu sagen.
00:02:14: Die Dating app Welt habe ich bis jetzt nicht wirklich erforscht.
00:02:19: Nun, wie wir aus Antimüller ja auch lernen den Roman über den Berol des Sprechen muss sich das ja theoretisch nicht abhalten.
00:02:25: Du könntest eine dieser Männer sein die Frauen etwas versprechen und dann beim zweiten Date sagen ich bin übrigens in einer monogamen Beziehung.
00:02:32: Ja, dass ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema und ein anderes steht vielleicht ein bisschen in Beziehungen zu Marie denn dieser Roman es ja unter anderem einen relativ skeptischen praktischer Blick auf den Literaturbetrieb.
00:02:42: Es geht da um Neid, um dünn besuchte Lesungen und Literaturpreise... Und von den meisten hat man ehrlich gesagt noch nie irgendwas gehört!
00:02:50: Und du als Gewinnerin des Nora Pfeffer-Literaturpreises in der Kategorie Lürik.
00:02:56: Herzlichen Glückwunsch auch hier nochmal offiziell!
00:02:58: Vielen Dank!
00:02:58: Was konntest Du denn dieser Branchenbeschreibung im Endeffekt auch dieser Branche Kritik des Romans abgewinnen?
00:03:05: Also erkennst Du Dich darin
00:03:06: wieder?!
00:03:07: Und Deine Erfahrung hast Du das Gefühl, dass da zählt Dir was Neues?
00:03:11: Also ich erkenne meine eigenen Erfahrungen darin insofern nicht wieder, als dass die Protagonistin auch wenn sie ein durchaus blickeres Leben führt immer noch bei weiten erfolgreicher ist.
00:03:19: Als ich hier gewesen bin, jemals sein werde.
00:03:22: Das wirft natürlich kein gutes Licht auf den Literaturbetrieb, das so zu sehen oder anzuerkennen weil es dann heißt selbst eine so arrivierte erfolgreiche Autoren in einem gewissen Rahmen sich immer noch irgendwie Kein Leben leisten kann, dass die Prikera lebt.
00:03:42: Das nimmt Romainer durchaus auch unter die Lupe auf und vieles davon nicht nur von einer strukturellen Prikarität ausgeht sondern auch von psychologischen Lokaten der Protagonisten.
00:03:54: jedenfalls Also insofern relatable war es nicht für mich Ein interessanter Blick durch der wie ich fand durchaus durch eine so persönliche glaube ich authentische Wut genährt ist war das für mich doch.
00:04:11: Aber ich glaube nicht, dass ich eher der Protagonistin da großartig widersprechen oder aus eigenen Erfahrungen unterfüttern kann weil ich sie in dem Sinne nicht habe.
00:04:25: Ja Finn mein Eindruck war Dieser Roman bespiegelt sich wirklich die ganze Zeit selber, auch die Autorin.
00:04:34: Die ganze Zeit selbst.
00:04:35: würde man den so per Cut-up Verfahren neu arrangieren dann würde man eine sehr umfangreiche Kritik dieses Romans erhalten.
00:04:43: fangen wir doch vielleicht wirklich bei dieser Branchenkritik an.
00:04:45: Man könnte das auch bei anderen Fragen und bei anderen Bereichen stellen.
00:04:50: hast du das als Selbstbespiegelung erlebt oder als Nabelschau, war dir das zu selbst referenziell?
00:04:56: Oder hast du das Gefühl dieser Brüche im Textfluss dieses Aussteigen und betrachten der eigenen Perspektive als Autoren waren für dich irgendwie ergiebig.
00:05:06: Wie hast du es erlebt?
00:05:08: Sehr gute Frage!
00:05:09: Weil dass auch die Gedanken sind um dich so am meisten Kreise gerade weil man kann vielleicht schon mal sagen ich Ich bin mir auch noch unsicher, wie ich diesen Roman entgültig fand.
00:05:19: So ein bisschen das ausweichende Urteil wäre gerade... Es ist nicht mehr als die Summe seiner Teile und manche Teile sind sehr gut und manchige sind es wieder nicht.
00:05:26: Du hast das Cut-Up-Verfahren gerade schon erwähnt.
00:05:29: Fangen wir so an!
00:05:30: Was ich interessant fand ist dass die Selbstwahrnehmung unserer Protagonisten betreffend ihres künstlerischen Berges ja ständig von der Außenwelt gespiegelt wird oder sie ständig einen Realitätscheck machen muss.
00:05:44: Und das fand ich häufig auch durchaus witzig, weil die Welt meistens gar nicht so schlimm ist wie sie sich das vorstellt.
00:05:51: Also es gibt da ellenlange Passagen und ich denke, dass kennt jeder kreative Mensch oder jeder Mensch, der irgendwie mal kreativ tätig war indem Sie halt an Ihrem Schreibtisch sitzt und sich überlegt, wie furchtbar dieses Wort gerade ist und was Kritiker-Kritikerinnen darüber schreiben werden, dass es eine Nabelschau sei, dass die Sprache zu komplex sei und und Und dann passiert das nicht unbedingt.
00:06:11: Also, da sind die Rezensionen eigentlich relativ wohlwollend.
00:06:13: Klar gibt es auch den bösen Verriss und es gibt irgendwelche Booktalkerinnen, denen die Sprache zu kompliziert ist.
00:06:20: Da sprach für mich schon eine authentische... Nicht unbedingt Wut aber vielleicht auch gerade Enttäuschung mit Romanrezeptionen heraus und teilweise die Rezeption des Romans auf Goodreads und gewisse Interviews in die ich reingörte habe Die geben unsere Autoren ein bisschen recht.
00:06:36: also Das ist etwas, was wir häufig im Podcast schon gesagt haben.
00:06:39: Die Literaturrezeption in Deutschland!
00:06:42: ... ist er auf einem Absteigenenast.
00:06:44: Also da redet man dann doch eher über die zu komplexe Sprache oder darüber, dass hier in diesem Roman Trigger-Theme vorkommt, die vom Text nicht eingerahmt werden und die vom text nicht kommentiert werden, dass sich die Männer hier übergriffig verhalten würden aber... Da gäbe es jetzt nie im Text so den Satz wo steht und das war nicht gut was Andi da getan
00:07:05: hat.
00:07:06: Was nicht stimmt?
00:07:06: Der
00:07:07: Text
00:07:07: macht das sehr klar!
00:07:09: Genau.
00:07:13: Das macht es halt noch absurd, aber ich glaube da kann man als Autor, als Autoren doch durchaus auch mal frustriert werden.
00:07:19: Ich fand tatsächlich die Beschäftigung mit dem eigenen Werk oder mit dem Schaffensprozess mit der Schreibszene Schon spannend und schon interessant, weil ich sie auch in dieser Drastik des eventuellen Scheitern selten gelesen habe.
00:07:33: Also ich hab unser Namenprotagonist... Ich bin unseren namenlosen Protagonistin gerne dabei gefolgt wie Sie mit Setzen ringt?
00:07:39: Wie Sie mit Beschreibung mit Zehn ringt das...?
00:07:44: Das gefiel mir gut, die größere Satire auf den Literaturbetrieb wo man dann auf Panel-Diskussionen rumhängt.
00:07:52: Man ist leider selber nicht dabei sondern schaut nur Leuten zu oder man fährt nach Buchstuhude um dort ein Literaturpreis entgegenzunehmen.
00:08:01: Das blieb für mich eher auf so einer noch nicht wirklich ganz selbstbespiegelung weil mir auch nie ganz klar war Wer die echten leute hier sein sollen ob das wirklich die leute sein soll.
00:08:13: also es ist so kurz vor einem schlüssel roman aber auch nicht ganz.
00:08:18: Also sagen wir so die authentische beschäftigung mit der krise des schaffen hat mir besser gefallen als dieser tiere in diesem roman.
00:08:24: ne, dass war ja auch ein inteil ne satirische dimension würde ich sagen weil für mich sind Das auch ein bisschen kritische pap kameraden die da aufgestellt werden.
00:08:34: Also diese fiktiven kritiker im kopf der protagonistin die dann schreckliche Sätze sagen.
00:08:40: Also den habe ich erstaunlich oft zugestimmt und ich habe weniger dieser Figur zugestimmt, die die ganze Zeit darüber geredzelt hat ob ihre Texte nicht zu experimentell und so formalistisch und zu verredzelt sind was sich eben halt gar nicht so erlebt haben.
00:08:53: Und ich möchte vielleicht die Frage dann an Maria weitergeben ist das nicht auch ein bisschen Arten-Selbstschutzmechanismus?
00:09:00: Ist es nicht das Drehen auf dem Bauch des Welpen der sagt jetzt bitte beißt mich nicht.
00:09:04: oder wenn man's vielleicht positiver deuten möchte ich jetzt irgendwie die letzte Runde in Eight Mile, wo Eminem dann all seine Schwächen erzählt damit der Gegner nichts mehr zu sagen hat.
00:09:13: Also ich habe schon das Gefühl immer wenn das so ausgebreitet wird – das potenzielle Urteil der Kritiker – dann weiß man um die eigenen Schwächen aber hat nicht wirklich die Mittel oder hat keinen Zugang gefunden mit dem man sie ausgleichen konnte.
00:09:27: und für mich scheint es immer ein bisschen feige.
00:09:29: Man verschanns sich ja auch hinter Summeterebenen ein bisschen, oder?
00:09:33: Ich weiß genau was du meinst, Lukas.
00:09:37: Ich ... Stimme dir grundsätzlich in deiner Abneigung gegen so etwas zu.
00:09:42: Also halt, dass ich das nicht mag wenn Texte oder Filme vor that matter, wenn sie irgendetwas voraus nehmen.
00:09:53: Das mache ich zum Beispiel ganz doll nicht an dem letzten Nummer von Caroline Waal die Assistentin.
00:10:01: Vor allem eine Vorschau der nächste Folge.
00:10:03: aber Ich würde jetzt bei Antimüller aus einer anderen Warte heraus argumentieren, nämlich von der Warte der Charakterpsychologie aus.
00:10:11: Und zwar haben wir so das was die Figur macht mit diesem ganzen stimmenden Kopf, den inneren Psychoanalytiker, der mal ein Echter war und... Ist das
00:10:20: eine richtige Fragmentierung der Figur oder?
00:10:22: Ja ja ja!
00:10:24: Und was ich halt in Text durchaus zu gut erhalten würde und auch insofern als dass sich das auch nicht sofort verstanden habe oder halt nicht sofort damit geweibt habe ist, dass die Hauptperson, die namenlose Hauptperson hier ja durchaus auch sehr selbstbezogen und eitel ist.
00:10:41: Und Selbstbezogenheit und Eitelkeit von mir aus jetzt nicht pathologisierend gemeint ein gewisser Nazismus bringt es halt mit sich dass man extrem verletzlich ist das man diese Verletzungen auch antizipiert und ich würde das in diesen Rahmen sehen Nicht als der Text schützt sich selbst also nicht die dualistische Interpretation sondern die whatsoever Interpretations sich selbst.
00:11:05: Und das so gesehen funktioniert dann für mich wieder, weil letztendlich – es gibt auch Sachen, die ich an den Romanen nicht mag-, aber es ist in Romangas gut gelungen eine komplizierte unsympathische Protagonistin durch ihre Sprache, durch ihre innere Psychologie zu entwerfen, die trotzdem manchmal einen Punkt hat, zu der man ein unbequemes kompliziertes Verhältnis als Leserin, zumindest was bei mir so
00:11:31: eingeht.".
00:11:32: Die Frage, die ich vielleicht auch jemandem stellen würde nach einer Explosion in Navarney-Sage.
00:11:37: Wie trennst du denn hier die Künstlerin vom Ihrem Werk?
00:11:42: Also wie kannst du da zwei verschiedene Instanzen von... also wie kann es...
00:11:47: Wenn ich darauf antworten darf, ich glaube dass der Roman, wie Maria auch schon gesagt hat halt auf mehreren Ebenen funktioniert.
00:11:54: das ist nicht die die Autoren von anti Müller ist, die ihr Werk selber an den Schutz nimmt sondern die halt bewusst eine Fint setzt und ihre Protagonistin einen autofriktionalen Roman schreiben lässt.
00:12:08: Und ja ich benutze wieder dieses Wort find und uns glaube ich so ein bisschen auf die Bahn lenken möchte dass Anti Müller das gleiche wäre.
00:12:16: Das ist es aber nicht unbedingt denn wie Maria gerade finde ich sehr gut ausgeführtet Es ist halt vor allem ein Psychogramm einer unsicheren Künstlerin.
00:12:24: Deswegen habe ich diese Gedanken der Selbstimmunisierung und auch der Selbstherausnahme aus der Kritik, in dem man das eigene Werk schon von vornherein in Gedanken abwatscht.
00:12:34: Eher als Ausdruck eines Schaffensprozesses gesehen und weniger ... Ich fand den Assistentinnenvergleich von Maria sehr gut weil was Karoline Wahl macht in die Assistenten ist ja wirklich als Autoren plötzlich in diesen Text rein zu treten und sich dafür zu entschuldigen dass es alles nicht so spannend wäre und dass die Charaktere nicht so gut ausgeführt werden.
00:12:54: Und was hier gemacht wird, ist ja das unsere Protagonistin selber über einen Text den wir maximal auszugsweise erleben.
00:13:04: Sich selber diesen Vorwurf, dass sie nicht... Über ihren Roman sauber sich selber den Vorwurf macht, dass die nicht schreiben können.
00:13:12: Die Rezeption, die wir teilweise im Roman erleben spiegelt das aber ja nicht unbedingt.
00:13:17: Also für mich funktioniert dieser Roman vor allem als ein Ja.
00:13:24: Ja, sehr wissend!
00:13:26: Du sagst er hat für dich auf verschiedenen Ebenen funktioniert?
00:13:28: Für mich hat er auch verschiedene Ebene nicht funktionieren.
00:13:31: und ich hatte das Gefühl diese Kritikpunkte die an ihren fiktiven Roman gestellt werden sind ja nun auch die...die würde ich jetzt sagen Am naheliegendsten wären als Kritikpunkt an diesem Roman, den wir jetzt hier gelesen haben.
00:13:45: An Anti Müller also zum Beispiel wenn sie darüber berichtet oh ich habe ja eigentlich gar keinen Text eigentlich kein festes stabiles Gebilde sondern ich hab so zusammen getackerte Seiten und ich verstehe schon dass die Fragmentation ein Teil der Ästhetik dieses Romans ist.
00:14:00: Ich hatte nur einfach das Gefühl auf so einer rein Und das finde ich immer eine etwas blöde Beschreibungsebene Auf so einer Ebene von Handwerk bin ich hier nicht mit glücklich gewesen Wenn da dann Figuren die ganze Zeit über diese Sprache schwafeln und sich das fragen, das würde ich vielleicht auch mit euch machen wollen.
00:14:17: Sprechen wir doch über die Sprache dieses Romans?
00:14:20: Wir haben in der letzten Sendung am Ende als wir diesen Roman hier als nächstes Thema angekündigt haben gesagt, ah, vielleicht geht es jetzt mal wieder um eine Sprache!
00:14:27: Wie war denn die Sprache dieses Romans?
00:14:29: Wie habt ihr die erlebt, wenn wir diese Fragmentierung, diese Selbstschutzmechanismus den Künstler in seiner prekären Situation im einentzwanzigsten Jahrhundert uns da präsentieren lassen.
00:14:40: Wie wird das denn sprachlich abgebildet?
00:14:41: Erzählt mir doch mal wie ihr das erlebt habt!
00:14:44: Ich habe das Gefühl jetzt gerade auch wo wir drüber reden und wo ich auch den Hintergrund von der Autorin kenne dass man eine Textrecht anmerkt dass da ein Theater Hintergrund ist.
00:14:55: also Ich finde, der ist durchaus auf eine gewisse Sprechbarkeit hingearbeitet.
00:15:02: Dass da Rhythmus ist und sich mit erhobener Stimme vorstellt.
00:15:08: Durchaus recht viele Auslufe und Ausluferzeichen.
00:15:11: Wir haben wirklich mehr in Richtung Theatermonolog als in Richtung Poetry Slam, wo ich auch beides Erfahrung habe in dem Sinne.
00:15:21: Das trägt einen glaube ich ganz gut durch den Text, weil das was du gesagt hast Lukas so die Fragmentierung dass man vielleicht nicht wirklich irgendwie eine Richtung oder einen Platz zu fassen bekommt.
00:15:34: Dass es abschweift.
00:15:35: Das wird für mich in dem Moment irgendwie okay oder halt das Langwald mich nehmen nämlich nicht, weil halt diese sehr... starke Sprechbarkeit, das Rhythmus mich trägt und treibt.
00:15:49: Das fand ich schon ganz gut was sich nicht so geil fand.
00:15:52: Und das ist halt eine vollkommende Geschmacksfrage.
00:15:54: aber worüber reden wir ja auch sonst?
00:15:56: alles über Geschmack?
00:15:57: Was ich nicht so geil fand ist eine Tendenz mit Taffan sehr blumig auszubuchstabieren dass es nicht nur bei einem Bild bleibt sondern dass die Personifikation von was auch immer so einen Zustand oder den Gegenstand einem Wetter im Zimmer, äh Wetter in dem Zimmer war gut.
00:16:16: Ähm was auch immer irgendwie... Von was auch immer ein Ding, dass die in dieser Personifikation nicht einfach irgendwie eine einmal gesetzte Personifikation ist sondern da mehrere Nebensätze und angefügte Sätze folgen wo diese Personifikations dann auch etwas macht.
00:16:35: Und ich glaube das sollte halt vielleicht kreativ und ausschweifend sein.
00:16:38: Ich denke so kommt es auch bei Leuten an aber... Also sie warst
00:16:42: diese Metaphern nicht nur aus wie ein Plätzchen-Teig sondern sie sticht das dann auch noch aus mit Monten und dann backt sie die Metaphern auch noch, also
00:16:51: ich finde das ganz anstrengend.
00:16:53: Und für mich ein bisschen altbacken tatsächlich.
00:16:56: Tut, ich fand stellenweise aber auch bewusst Altbacken oder?
00:16:59: Also jemand der zu dem Wort Sperrenzchen greift, der möchte ja vielleicht auch irgendwie anakronistisch oder atomistisch
00:17:05: arbeiten,
00:17:06: oder?
00:17:06: Oh guter Punkt!
00:17:07: Also nicht, dass ich es gut fand.
00:17:08: Ich fand's nervig!
00:17:09: Ich fand allgemein vielleicht das ist so ein bisschen doch stärker also einen Plaudern oder ein Poetry-Slammiger tun als ich das erwartet habe.
00:17:17: Finde du wolltest da was einwerfen?
00:17:19: Dieser Roman verschwimmt, oscilliert ganz merkwürdig zwischen verschiedenen... Zwischenden Sparier.
00:17:27: Wenn ihr Poetry-Stamps schon gesagt, die den ganzen Roman durchzieht auch so eine leichte Klarenfurt Ingeborg Bachmann, Preispsychose...
00:17:35: Kann es übrigens sein dass alles erwähnt wird was man irgendwie über den Roman sagen kann?
00:17:39: wie ich erwähnte gerade also Marie ging's grad um Abschweifung und einmal wird auch schon verflucht sei diese geschlieffene Prosa die sich jede Abschwaifung versagt.
00:17:47: Also da ist ja auch jemand
00:17:48: sehr bemüht
00:17:49: sich selbst zu beschreiben
00:17:51: oder?
00:17:51: Das war genau der Moment wo ich halt dachte weniger bei den Selbstzweifeln, aber wenn der Text halt diese Programme am Moment hat wo er seine eigene Programmatik beschreibt da kam es mir halt wirklich mehr so vor wie Seltschutz.
00:18:05: Ja und da kam das mir hoch.
00:18:07: Finn du!
00:18:08: Wolltest du was sagen?
00:18:09: Genau ich wollte... Ich wollte nur sagen hatte bei manchen Kapiteln das Gefühl, dass sind Exzente die tatsächlich für den Bachmannpreis geschrieben wurden und eigentlich dort aufgeführt werden sollen.
00:18:19: Weil es gibt so vereinzelte Kapitel ich weiß nicht wie's euch ging, die raden mich heraus.
00:18:23: Und da hat man das Gefühl man hat hier gerade wirklich etwas Gutes gelesen.
00:18:27: Zum
00:18:27: Beispiel?
00:18:30: Also ich mir würde tatsächlich Das ist jetzt etwas dramaturgisch unfein gesetzt, weil es schon relativ am Anfang dieses Podcastes kommt.
00:18:36: Aber wenn ihr Anti Müller lesen möchtet, dann würde ich wirklich empfehlen das fünfte Kapitel im ersten Teil des Romanis zu lesen.
00:18:44: in meiner E-Book Ausgabe geht das auf Seite Zwei und Dreißig los.
00:18:47: da wird beschrieben wie man durch Berlin straift mit dem Andi zusammen also der Person mit der sie so oftmäßig Dates hat.
00:18:54: Da wird eine Beziehung in Raum gestellt auch ein ja eine Familiengründung in den Raum gestellt.
00:19:00: Das habe ich gelesen und da hat diese sehr poetry-slamhafte, klagenforthafte Prosa für mich funktioniert.
00:19:08: Und irgendwie schrie dieses Kapitel für mich... Ich glaube das wolltest du irgendwo öffentlich aufführen, liebe Autore!
00:19:13: Ich glaube es wolltest Du performen, das wolltest Du sprechen.
00:19:17: Da griff das alles für mich relativ zusammen.
00:19:20: Ich würde vielleicht noch sagen dass sich so manche sprachliche, ich benutze jetzt auch das Wort Spirenzchen, auch wieder entschuldigen lassen weil wir hier eben einer Autoren damit zugucken, wie sie Worte findet.
00:19:32: Es ist jetzt nicht... Solo Album, ein Roman an den ich auch häufiger mal denken musste.
00:19:37: Auch wenn der Protagonist dort ja etwa fünfzehn Jahre junger ist als unserem Protagonisten hier aber... Irgendwas sagt, dass die
00:19:42: Autorin nicht begeistert ist das wir sie mit Karoline Wahl und solo Album vergeladen
00:19:47: haben?
00:19:47: Also bei mir, bei mir ja positiv!
00:19:49: Das ist dann so.. Ich möchte es da zu sagen... Ja
00:19:51: beim mir ja auch.
00:19:52: Bei mir ja auf.
00:19:54: Auf die nächste Auflage des Ruches Maria oder Jafske.
00:19:56: eine Podcasterin sagt dieser Roman ist besser als die Assistentin von Karoline Wahl.
00:20:01: Okay, ja fair.
00:20:03: Und auch das möchte ich sagen, denn wo wir in der neunziger Pop-Literatur ja diese Drübersteher haben.
00:20:08: Die irgendwie alles so sadonisch ekelig-sarkastisch abkanzeln habe ich das Gefühl ist hier einfach der Versuch aus Alltag Sprache zu machen.
00:20:16: also man hat so das Gefühl man geht mit dieser namenlosen Protagonistin und guckt sie in ihr Notizbuch rein wie sie Dinge sieht.
00:20:24: Wäre
00:20:24: ich besser ein kertiges Buch zu veröffentlichen?
00:20:26: Weiß ich nicht!
00:20:27: Das hat doch ein Jahr
00:20:28: noch ordentlich gemacht.
00:20:29: Ich würde sagen, das ist doch die Programmatik des Romans.
00:20:32: Die Grammatik ist hier Gedankensgitzen zu gucken.
00:20:35: Da
00:20:35: bin ich total bei euch und mir ist diese ästhetische Tendenz nicht entgangen!
00:20:39: Du sagst man kann das verzeihen weil da Worte gesucht werden aber ich finde man muss nicht verzeilen weil ich das Gefühl habe sie sind nicht gefunden worden.
00:20:47: also ich fand diese Sprache plaudern.
00:20:49: Ich fand diese Sprache ornamental auf eine schlechte Art und Weise, also so wie man etwas banales irgendwie dekoriert, wie man Sachen hin- und herschiebt ohne dass dadurch besonders viel Ergebnis ist.
00:21:00: Also da liest man dann auch von der mausetoten Kadaverhaftigkeit und von der Brotkiste der Vergessenheit.
00:21:07: Und für mich klang dieser Sprache... Klang die Sprache wie die besonders gewitzte Protagonistin eines Kinderboos, vielleicht irgendwie die deutsche Fassung einer unsympathischen Nebenfigur bei Roald Dahl.
00:21:17: oder Das war mir alles gleichzeitig zu banal und dann doch zu schuldig.
00:21:24: Also das war für mich auch wieder die bunte Sockenestätik.
00:21:28: oder die Frau, die sich irgendwie ... Die gefrorene Packung Erbsen auf den Kopf tut und sagt, ich bin so verrückt!
00:21:38: Habt ihr das Gefühl, da ist ja eine Form Bewusstsein ne Tendenz zur Form, ne Sehnsucht zum Ausdruck.
00:21:45: Aber habt ihr das Gefühle?
00:21:46: Das hat irgendwo richtig hingeführt!
00:21:48: Weil ich hab nicht das Gefühl... Wie finde ich vorhin schon gesagt dass so in der Summe diese Sprache besonders viel ergibt oder dass uns die näher an die Figur bringt oder dass sie vielleicht auch ein Eigengewicht und eine eigene Schönheit hat sondern Ich habe einfach das Gefühl so keine Ahnung als hätte man etwas lustlos am Ende noch mal ein bisschen hin- und hergeschoben Als hätte man das eigentlich realistische Gemäldig hier da noch mal so ein bisschen verwischt.
00:22:13: Ich kann dann nicht wirklich was gegen sagen, es hat mich nur nicht so sehr gestört also...
00:22:21: Leider kann das auch nicht.
00:22:23: Ich kann es jetzt nicht wirklich so gut als vollster Seele verteidigen, weil diese Art von Poetik halt wirklich nicht meinem eigenen Geschmack entspricht oder meine eigenen Praxis, weil ich sehr gerne wegstreichere und spare.
00:22:40: Und das tut diese Sprache ja hier offensichtlich nichts.
00:22:43: Sie gefällt sich in jeder neuen Drehung, in jedem Überflüssigen... Und ich denke mal, das ist dann nicht für mich geschrieben.
00:22:52: Sondern der Text setzt sich seine eigene Programmatik teilweise in dem er sagt, ja, actually ... Ich schreibe jetzt den Roman, den ich lesen will und spreche so wie ich es lesen möchte.
00:23:06: Dann sage ich, mach jetzt was mir in der Literatur
00:23:08: fehlt.".
00:23:09: Es gibt bestimmt Leute die sie denken Stimme ich Sie, kommt dazu.
00:23:19: All die Ineffizienzen dieser Sprache kommen an.
00:23:22: Bei mir kommen sie durchaus als Ineffizenzen an aber ich will sie dafür nicht verdammt weil der Autor und du mir durchaus zugestehen will dass das kann scheitern sondern so eine wohl überlegte Entscheidung für sie loggerös
00:23:40: Ja von mir also das würde ich sofort unterstreichen.
00:23:43: ja, dass ist definitiv die Entscheidung für Die loggeröhe.
00:23:45: Ich dachte nur wenn dann da geschrieben wird Da sitzt eine fünfund dreißigjährige autorin und feilt an prätenziosen setzen Für ihren ersten roman herum der dachte ich naja Also so ein schönes wort wie potenzieus Das für mich rein positiv konnotiert ist dass irgendwie was mit ambition zu tun hat.
00:24:01: das erlebe ich hier eigentlich überhaupt nicht.
00:24:03: also auf diesem level Kommt es sich an sondern es sind vier listen und Aufzählungen dieses berlin kapitel das berli dass Berlin gelobt hat, das Finn gelobte.
00:24:11: Das war für mich auch wieder so ein Panorama oder so ein Stillleben der Bürgerlichkeit und ich finde irgendwie diesen Aufzählstil als wären wir irgendwie bei Echo Fresh oder so angekommen.
00:24:23: da weiß ich auch nicht ob mich das so wahnsinnig umhaut aber Ich verstehe auf jeden Fall was man damit anfangen kann.
00:24:29: Lass uns doch vielleicht über zwei Sequenzen, die in ihrer Dopplung formal sehr herausfallen sprechen, denn es gibt da zwei Szenen, in denen wir uns so in den Substantivierungsmodus bewegen.
00:24:41: Momente werden so in Zustände verwandelt – das ist eine Sammlung von Schlaglichtern.
00:24:46: Das erste Mal im Kapitel Dreizehn mit Andi, das zweite mal gegen Ende mit Theo, zwei potenzielle Partner für unsere Hauptfigur und beide Male bekommen wir so lange Aufzählungen von diesen Substantivierungen, wo halt wirklich diese Zustände beschworen werden.
00:25:02: Wie fandet ihr denn die, diese nebeneinander gestellten Kapitel?
00:25:05: Die zwei Beziehungen, zwei Anbahnung von Intimität halt irgendwie schildern?
00:25:10: sind die für euch auch so rausgestochen wie für mich?
00:25:15: Ja also ich glaube man versucht hier das erlebnis von intimität und von lieber halt was heißt gleichzusetzen also zu kommodifizieren, also einfach zu sagen dass läuft einfach irgendwie immer gleich ab.
00:25:29: du wirst dann einfach so eine performance.
00:25:31: Du wirst die sich ausziehen oder dein date wird halt zudem sich die bücherregale anschauen.
00:25:40: beide personen hat man das gefühlt wissen auch und nicht der unbewusst sondern auch einfach geprägt was genau sie jetzt machen müssen.
00:25:47: es läuft alles sehr auf autopilot ab um so sage ich mal die Den zauber aus dates herauszunehmen.
00:25:54: oder aus dem sex hat das für mich schon gut funktioniert aber Ich fand es dann auch ein bisschen erwartbar herausspringen also dass das war so die teile die mir nicht gefallen haben und dann einfach dachte ja gut Da soll denn jetzt jemand nochmals schreiben hier wird mit sprache gespielt Und da ist jetzt vielleicht nochmal eine frage die ich anstellen.
00:26:14: Ich hatte in der letzten Folge am Ende gesagt, ich habe das Gefühl dieses Buch könnte den Buchpreis gewinnen.
00:26:18: Ist es nicht hier einfach eine Subsumierung von allem was der deutsche Buchpreist seit so fünf sechs Jahren so richtig gut findet?
00:26:27: Da ist die Großstadt, da ist die Listifizierung der Großstadt.
00:26:30: Da ist der Migrationshintergrund aber erst nicht so richtig Thema.
00:26:33: Er schwimmt eher im Subtext mit und da ist ein bisschen die Branchenbespielgelung.
00:26:38: Da wurde hier einfach der Buchpreisroman geschrieben!
00:26:46: Ich glaube, dafür ist dann tatsächlich auch schon ein bisschen zu in oder halt so ein bisschen... Er
00:26:54: ist komplett on the joke.
00:26:55: Das wollte ich damit noch sagen.
00:26:56: Also wurde hier bewusster Buchpreis?
00:26:58: Nein, nein, nein!
00:26:58: Ich bin nicht anders in Bridget Jones in.
00:27:04: Ja, tisch irgendwie also... Hm?
00:27:04: Ich finde dafür ist er zu feminin zu into Bridget Jones sich.
00:27:11: Also er bräuchte vielleicht noch Männliche Härte und Ratio, um sich noch mehr anzubiedern.
00:27:18: An so einen Buchpreis Jurypublikum oder?
00:27:23: Möglicherweise weiß ich aber!
00:27:25: Oder keine Ahnung... Also das ist jetzt nicht irgendwie ein Gedanke den ich hatte oder den ich jetzt wahnsinnig viel verfolgt hätte.
00:27:32: Aber es hat mich halt doch... Da war so überrascht wie so... Das Frauenbild im Romanen oder wie man irgendwie glauben könnte, dass es ist.
00:27:46: Weil die Erzählerin hier nicht die zuverlässigste Instanz ist.
00:27:49: Es gibt wirklich so ein paar distinkte Bridget Jones Momente für mich, die wir aus einer... ... zweitausender postfeministischen Zeit entlehnt haben, wo Mann als Frau im Dating Game besser weiß aber den Bullshit immer noch hören will.
00:28:08: ich glaube das kommt auch mehr oder weniger werbert irgendwo irgendwo vor, ich habe mir die Szene rausgeschrieben.
00:28:15: Und ich glaube so der Fokus aufs Dating macht den wahrscheinlich in den Augen vieler zu banal für irgendein Buchpreis oder halt irgendwie... Ich weiß nicht ob das ein Augen der Jury sein würde oder vielleicht auch in den anderen Leser innen.
00:28:35: Ich will nicht sagen, dass das Thema Dating oder gegenwärtiges Dating grundsätzlich banal ist.
00:28:43: Könnte doch jetzt so wahrgenommen werden.
00:28:45: Wir haben eine Wahrüberschaft, also teilweise erstaunt aber dann wo ich mir das jetzt durch überlege eigentlich eher positiv vor eingestellt gegenüber dieser Bridget Jones Haftigkeit oder halt dass die Figur nicht so komplett für ihren eigenen Feminismus lebt.
00:29:04: weil Woran ich immer wieder denken muss und da würde ich euch auch gerne fragen, wie es euch da geht.
00:29:10: Woran Ich immer wieder denke musste ist der hier bereits besprochene Roman Fuck Girl.
00:29:14: Und ja...
00:29:16: Es ist die gute Version von Fuck Girl?
00:29:17: Ich wollte gerade sagen das ist in so Auch wenn ich die Dating-Teile nicht besonders spannend fand oder halt So die Beschreibung von diesen Menekli-Schädtypen nicht besonders Spannend fand.
00:29:28: was es für mich besser macht als Fuck Girl Ist dass wir bei Fuck Girl eine Protagonistin haben von vorne rein schon recht hat und sie sehr stabil ist.
00:29:38: Und dann der Text auch nicht zweifelt, das ist hier ganz ganz anders, und zwar halt auch so dass ich zumindest nicht sofort gemerkt habe, dass diese Protagonisten tatsächlich durchaus irgendwie nicht kommt jetzt sympathisch oder nicht, kommt dazu rechnungsfähig sein muss.
00:29:53: Das hat Fuck Girl sehr viel schwächer gemacht, sodass ich halt wirklich nie das Gefühl hatte dass Fuck Girl überhaupt ein Roman war.
00:30:01: und hier durch diese Fragmentierung, Verfremdung dadurch tatsächlich, dass eine Figur gebaut wird sie für mich einen Roman tragen kann ist... Das hier, was heißt das besser fuck girl?
00:30:13: Das macht den Text unselbstständiger als er ist.
00:30:16: Aber das macht dann das, was der Text so ähnlich macht wie fuck girl für mich akzeptabler.
00:30:22: Also ich finde den Vergleich naheliegen natürlich einerseits klar Frauen in einem ähnlichen Alter vielleicht auch beide mit ähnliche Sorgen beschäftigt aber ich habe schon und ich mochte den roman nicht besonders fuck girl mit ihrer Protagonistin irgendwie als Präsenter, als Lebendiger erlebt.
00:30:41: also wenn hier unser Anti oder Andy Müller und natürlich auch K vor allen Dingen so etwas Gespensterhaftes bekommen.
00:30:48: In dem Moment in dem sie aus der Beziehung scheiden und für sich sterben war mich jedoch vor allem die Protagonisten wie geisterhaft, während ich die von Fuck Girl, die ja auch schon sich im Titel breit macht.
00:30:59: Sehr viel Vitaler sehr viele bändige erschienen.
00:31:01: und Ich würde jetzt nicht sagen es ist die bessere Version Es ist halt einfach eine andere Version.
00:31:06: Und ich hatte mit beiden ähnliche Probleme ehrlich gesagt nämlich vielleicht auch dass sie irgendwo in ihrer Bewegung Erstmal ein Exzess behaupten, dass sie irgendwo hinwollen zu einer Eskalation und das sind beiden Fällen dann doch irgendwie sehr handsam und sehr schüchtern wird.
00:31:24: Und ich brauche jetzt ja auch keine Horrorfilmanleihen und kein Erotikthriller oder sowas.
00:31:29: aber ich habe hier schon... Also auch wenn das natürlich auch wieder programmatisch sein kann oder sicher programmatischer ist, fand ich auch hier die Implosion dieses Romans.
00:31:38: So dieses in sich zusammenfallen genau wie bei Fackl irgendwie so ein bisschen enttäuschend.
00:31:43: Bei beiden Romanen hatte ich das Gefühl sie bräuchten noch irgendeinen Fluchtpunkt Sie bräuchen doch irgendeine Form von von Öffnung, von leuchtendem Tunnel.
00:31:51: Und damit meine ich nicht, die brauchen Happy End sondern ich brauche ein Gefühl einer Bewegung von einem Prozess.
00:31:58: und hier habe ich dann doch viel mehr Lavieren- und Stillstand erlebt.
00:32:01: und ich wollte euch eigentlich noch fragen jetzt nach dem was wir gerade auch so ein bisschen angeschnitten haben Was wird uns denn hier erzielt über Dating und Männer und Frauen?
00:32:11: Das Patriarchat und das Ende von binären Systemen und Performativität der in den letzten Monaten und Jahren viel diskutiert worden ist?
00:32:19: Ich habe mich schon, wie so oft auf die Suche nach neuen Erkenntnissen oder Formulierungen gemacht und weiß nicht.
00:32:26: Also ich hab jetzt da entweder in meiner Goldgräberschale doch am Ende sehr wenig Nagels gehabt.
00:32:34: Was war denn hier der Umgang?
00:32:35: Was war dann hier der Blick auf diese Welt?
00:32:37: also mir schien das ja doch eine Reproduktion von dem was halt alle die letzten drei Jahre diskutiert haben.
00:32:42: einfach nochmal.
00:32:44: Da findet man im Roman keinen eigenen Zugang.
00:32:47: Ja, ich war auch sehr überrascht.
00:32:50: Ich war anders zu überraschen.
00:32:52: Bevor ich den Romanz ran genommen habe, habe ich ein paar Goodreads zum Sohn gelesen wie ich es immer gerne tue und war schon sehr gespannt weil der Tenor dort auf der einen Seite war oh was für ein provokantes Buch.
00:33:03: und wow da schürzt man also alle Männer... Ich
00:33:06: hab einfach gelesen so unangenehm und so eine harte
00:33:08: kantige, hey
00:33:09: wo denn?
00:33:11: Genau, du nimmst mir die Worte aus dem Mund.
00:33:13: Aber der Satz, den ich wirklich gestolpert bin war alle Männer der Welt müssten dieses Buch lesen um sich mal so wichtig in ihrem Platz zu fühlen.
00:33:20: I'm doing my part!
00:33:22: Ich dachte mir so ja okay ich bin ein Mann und lese dieses Buch und da wie du schon gesagt hast diese Männerfiguren laden halt herzlich dazu ein sie auch als Mann abzulehnen weil sie dann in ihren in ihren Neurosen und auch in ihrer Nicht-Kommunikation für mich, einfach wieder zu überspitzt.
00:33:41: Und so sehr nicht Menschen sind als dass sie mir das Gefühl geben ich müsste mich hier vielleicht wirklich mit mir selbst auseinandersetzen oder mit Verhaltensweisen von mir.
00:33:52: ist das nachvollziehbar?
00:33:53: Also sowohl K als auch Andy haben mir nicht das Gefühl gegeben in einen Spiegel zu schauen, den ich nicht schauen möchte.
00:34:04: Sondern es war super einfach für mich zu sagen Ja sorry aber so bin ich auch nicht und vielleicht
00:34:08: ist das
00:34:09: ja auch nicht.
00:34:10: Vielleicht kannst du's einfach nicht an dich reinlassen?
00:34:13: Ne ne ne also halt genau das wird
00:34:14: es sein.
00:34:15: Was wird es seien?
00:34:16: Ich hatte auch
00:34:18: das Gefühl dass hier wieder Muppet Boxen also da wurden dann doch wieder genug Schaumstoff Menschen aufgebaut.
00:34:24: Ich kann in denen auch nicht wirklich Figuren oder Gegenbilder, zähre Spiegel oder Herausforderungen erkennen.
00:34:32: Gottes du mit diesen Männerfiguren irgendwas anfangen Maria?
00:34:34: Ja nein eben nicht.
00:34:35: also halt von meiner Warte aus argumentiert.
00:34:41: Da sind Pappkameraden im Muppetboxen.
00:34:44: so die Art wie diese Figuren gezeichnet werden sie männlichen Figuren ist tatsächlich leider Gottes sehr ähnlich.
00:34:48: zu Fuck Girl und halt für mich auch das schweste Teil des Romans oft ein bisschen feige.
00:34:55: und schade, wenn moderne Romane das machen.
00:34:59: Wenn sich als feministisch gerierende Romane oder für weibliche Sexualitäten eine weiblich perspektive argumentierende romane das macht, weil es keine Fallhöhe gibt Ja, auch keine Beschäftigung wirklich mit dem Feind stattfindet.
00:35:20: Und es ist schon richtig gesagt so ein New York Enemy, das ist schon wichtig!
00:35:25: Dass New York enemy so eine berühmte Adage ist weil ich hier eigentlich kein Interesse daran besteht irgendwie einen Enemy zu knowen sondern das macht den Text leider Gottes bequem.
00:35:39: Es gibt bestimmt auch solche, die ich gelesen habe.
00:35:43: Es gibt bestimmte Romane oder Gegenwasromane wo männliche Mangelhaftigkeit sage ich jetzt mal auf eine tatsächlich interessante oder angreifende anrührende Art beschrieben wird.
00:35:58: aber für mich ist das halt in dem Sinne nicht besser als irgendwie ein Stand-up Programm.
00:36:02: und also ich kenne halt mehr Romane, in denen das so gemacht wird.
00:36:09: In denen es sehr einfach ist sich als Mann von diesen Figuren zu distanzieren weil sie halt auch immer das Gleiche machen und an der anderen Seite als Frau Vielleicht eine Version von etwas zu erkennen, was man in relativ oberflächlichen Apparulgesprächen mit Freundinnen kennt.
00:36:27: Aber nicht die Version davon dem, was Man kennt wenn man mit diesem Mann alleine ist.
00:36:32: Ich höre so... Ah doch!
00:36:34: Die beste Version von Gut Maria Thomas das geht so in die Richtung?
00:36:38: Ja ich würde sagen dass den Roman wollte ich nämlich auch gerade zumindest mal an der Seite einmal empfehlen weil das hat tatsächlich einen Romanis, dass er sich zumindest interessiert für Differenzen auf Einkommensseite und auch von ökonomischer Seite.
00:36:54: Also kleine Empfehlungen an der Seite, denn ich glaube was mich an diesen Männerfiguren so gestört hat ist... Und ich hätte nie gedacht das jetzt mal sage dass sie keine Figuren sind sondern wie Maria auch schon gesagt hat und Lukas auch dass die Papp-Kameraden und Muppets sind.
00:37:05: Die haben so effortlessly Erfolg!
00:37:08: Die sind einfach plötzlich da.
00:37:10: also sie sind der sehr gute Schauspieler, der sehr guter Autor.
00:37:15: Der struggelt auch, der ist auch irgendwie so ein bisschen sehr ...
00:37:20: Er hat eine schöne Bergwohnung.
00:37:21: Vielleicht hab ich doch was überlesen?
00:37:23: Aber der beschwert
00:37:24: sich darüber immer, dass er witzigen Freise nicht hat und immer nur Nebenrollen spielt!
00:37:29: Ja gut aber das sind ja wirklich Luxusprobleme.
00:37:32: Also der Typ kann sich in Ferienhaus im Südfrankreich leisten, konnte da einen Pool umbauen, kann ein Retreat in Aserbaycan machen... Das konnte ich nicht glauben.
00:37:47: Das ist einfach so ein einfach gesetztes Feindbild, den man ja auch so einen Künstler-Roman gerne macht.
00:37:52: Da ist halt der Siegblättschnösel, so wie unseren Tadeus, der mit seinem Privatjet auf seine Privatinsel fährt und das war mir doch erst etwas zu einfach.
00:38:02: Bitte
00:38:02: jede Folge Sponsorreferenz!
00:38:04: Ich glaube, dass können wir durchziehen...
00:38:09: Ja, also unter den Leuten war auf jeden Fall keine Kumpelblase.
00:38:12: Das wird datemäßig alles nichts.
00:38:14: aber können wir vielleicht noch über den anderen Aspekt den wir jetzt in der Einführung noch hatten sprechen?
00:38:19: oder das dritte Grundteil des Ganzen diese Sehnsucht nach Mutterschaft auch ja ein Thema dass in den letzten Jahren oft aufgegriffen worden ist.
00:38:28: Also wir haben würde ich sagen im Kulturbetrieb viel über Frauen die schwanger werden wollen und durch diese Maschinerie Diese vor allem auch sehr teure durchkommodifizierte Maschine von Fruchtbarkeits, Kliniken und Behandlungen irgendwie durchgehen.
00:38:42: Wir haben auch keine Ahnung hier im Podcast bei Sayaka Murata so die Parodie auf diese Sehnsucht und auf diese Betonung von Weiblichkeit halt irgendwie, die immer damit einhergeht und der man sich vielleicht verweigert oder eben auch nicht Gelegt ihn natürlich auch mit vielen anderen aktuellen Diskursen zu tun hat.
00:38:59: Wie ging es denn euch mit diesem Aspekt des Romans, der ja gerade so im letzten Drittel würde ich sagen noch mal stärker wird da verbringen?
00:39:05: Wirds viel Zeit zwischen besorgt einander anschauenden Eltern und so Maria wie ging's dir mit dieser Passage?
00:39:12: hast du da irgendwas Interessantes finden können irgendeine Weltbeschreibung eine zeitgeist Beschreibung zumindest vielleicht eine ehrlich gefühlte Angst
00:39:21: Ja dabei, die eine Szene zu suchen.
00:39:29: Ah ja genau ich liest mal eben... Seite habe ich jetzt nicht dabei aber ich liess mir eben vor so Das ist ein großes Streit- und Trennungsgespräch in einer ihrer gescheiterten Partnerschaften, wo das Echenversuch gemacht wird quasi aus feministischer Sicht für die monogame Kernfamilie zu argumentieren.
00:39:46: Also Zitat, dass es irgendwann eine Abgrenzung brauche, dass er eine Grenze ziehen müsse weil nur so ein eigener Raum entstünde denn jeder Mikrokosmos dringend benötigte.
00:39:59: Dass innerhalb dieser Grenze überhaupt erst eine Welt geschaffen würde eine neue Beziehung.
00:40:04: Dass erst dort ein Gefühl, dass wir denkbar werden.
00:40:07: zum Thema bricht im Kontakt mit deiner Ex-Up und so das fand ich befremdlich.
00:40:14: also auf die Art und Weise zu argumentieren für die Kernfamilien ein wesentlich historisch separatrierliches und unterdrückendes Modell.
00:40:25: Ich glaube aber auch, es ist dem Roman in Großen und Ganzen bewusst müssen, glaube ich.
00:40:33: Oder ich muss auf jeden Fall den Roman wirklich aus der charakterpsychologischen Warte lesen, weil dadurch sich viele Widersprüche oder etwas... viele Ambivalenzen auflösen.
00:40:44: Vielleicht ist es auch nicht immer gut, dass sie sich auflöschen.
00:40:46: aber ich glaube der Roman so auf einer Meta-Ebene selbst steht die eben diesen monomanischen Kinderwunsch von der Protagonisten durchaus skeptisch gegenüber so die eben sagt durchaus Sachen die halt irgendwo so you go girl Momente sind vor allem wenn sie gegen die Männer argumentiert sie sich nicht binden wollen ob diese sich nicht verlassen kann im Zeugen eines Kindes, aber so wird der Roman konstruiert ist auch mit ihrer eigenen Familiengeschichte.
00:41:17: Dass es durchaus psychologisch erklärt wird, woher dieser Kinderwunsch kommt stabilisiert sich der Roman wieder zu einer... und zu verlässigen Erzählperspektive, die ja wiederum ein bekanntes Mittel ist.
00:41:31: Wenn er so ein Mittel bekannt ist dann ist es auch weniger beunruhigend.
00:41:35: Was ich interessanter fand... was ich tatsächlich interessanter find' ist die Gleichsetzung von Mutterschaft und Text Und manche Momente wo dann klar wird mit diesem Schwangerschafts-Scare möchte ich meinen Exfreunden etwas auswischen weil diese Momente, wo die Figur einfach so halt war in ihrer Eitel ist, dann glaube ich tatsächlich die Momente sind, die ich denke jetzt mal so demnächst keine Ahnung, Schablonenhafte TikTok-Publikum oder Booktalk-Publicum eher Probleme haben würde.
00:42:09: Weil ja hier wirklich... Also das ist kein gutes oder schönes Frauenbild, dass es da entworfen ist.
00:42:21: Das ist aber halt auch fein weil man sich daran abarbeiten kann, weil man darauf ausrutschen kann.
00:42:27: So das sind die besseren Momente des Romanis hier.
00:42:30: je mehr ich die Produkte in den Scheiß zu fand als Mensch, desto mehr wollte ich über sie lesen.
00:42:36: Ja also... Diese gerade schon angesprochenen, kurzen aufflackerten Momente in den Kindheit und Migrationsfamilienerfahrungen sich so ein bisschen die Bahn brechen.
00:42:47: Die fand ich tatsächlich ganz interessant.
00:42:49: Da habe ich zwischendurch gedacht, da hätte ich gerne mehr von gelesen... Einfach
00:42:52: sauberlesen!
00:42:54: Ja ja.
00:42:55: Einfach gelesen.
00:42:56: Ja, vielleicht hätte ich gerne diese fiktiven Roman-Lieber gelesen als diesen echten.
00:43:02: Aber das ist ja in der Kritik oft so, dass man lieber einen Roman lesen würde den es noch nicht gibt oder denen, der irgendwo anders existiert als diejenigen, die man gerade vor sich hat, diese Fluchtbewegung ist ja nicht unüblich.
00:43:11: aber wenn ich diese Passagen ganz interessant fand, fand ich dann ehrlich gesagt das meiste um das Thema Mutterschaft, dass halt irgendwie durch den Schöpfungsprozess substituiert wird.
00:43:21: Das fand ich doch ein bisschen klischeehaft weil das hier nun eigentlich auch sagen wir das Klischee der Vorwurf, der allgemeinen Platz im Bezug auf weiblich Kunstschaffende irgendwie alt ist.
00:43:34: Also ich verstehe es damit natürlich ambivalenter gearbeitet wird und dass jetzt auch nicht klar der Figur zugeschrieben wird.
00:43:40: aber ich fand das Allgemein als Themenkomplex einfach so ein bisschen uninteressant.
00:43:46: Aber wir wollen ja vor allen Dingen dann nachher eine Abbildung von Ja, nicht vielleicht Wahnsinn.
00:43:52: Aber auf jeden Fall von mentalen Problemen irgendwie geschildert bekommen.
00:43:56: und am drastischsten wird die geschilderte am Ende von Kapitel eins von Abschnitt Eins wenn ihr euch erinnert.
00:44:03: da nimmt sich die Protagonistin dann einen Hammer und schlägt sich ins Gesicht Lux Maxing gone wrong Finn wie hast du denn diesen Gewaltausbruch im Roman erlebt?
00:44:15: Ehrlich gesagt gar nicht.
00:44:17: So, ich fand ihn nicht so wahnsinnig herausstellend und musste mich gerade als du von der C-Test auch wieder dran erinnern ist... Der ganze Roman hat es natürlich selbst... Es hat sehr wenig
00:44:25: Bremsequenzen für sowas drastisch,
00:44:27: oder?
00:44:28: Also der ganze Roman Natürlich auch selbst verletzte Zendenzen, selbst das stürrisches Verhalten was unsere Protagonisten zeigt und liefert ja auch ein... weiß ich ob ich es so offenes Ende nennen möchte aber auf jeden Fall ein Ende was zumindest uns einen Suizid nahe legt.
00:44:44: Denn da klingelt dann auch noch ein Herrn Hermes Boote der aber kein Paket dabei hat ist auch ein bisschen schade dass einem diese Metapher schon in der Hälfte des Buchs erklärt wird.
00:44:53: Der Roman möchte auf jeden fall, dass man... Ja, deswegen macht sich das Ende schon vorbereitet
00:44:57: auf jedenfall!
00:44:59: Maria, du als größte Clavicular-Enthusiastin in Deutschland.
00:45:03: Wie ging es dir denn mit dem Hammer im Gesicht?
00:45:07: Ist für mich dann tatsächlich herausgestochen die Szene weil da einerseits dieses Bildeier irgendwie eine monströs femininen oder weiblichen Horror von einer gewissen Horror-inflected Selbstermächtigung trifft auf eine komplette Abjektifizierung für Männer.
00:45:32: Das fand ich geil!
00:45:34: Das fand auch einen cool mutigen Moment von dem Roman, der ihn andererseits stabilisiert hat als die Protagonisten hatten Rad ab und damit zu arbeiten... Von wegen der Protagonisten hat ein Rater abgemacht.
00:45:51: Das ist natürlich sehr viel leichter, aber das hat es dann für mich auch leichter gemacht weil diese Art der Selbstentwertung oder der Selbstabjektifizierung dramaturgisch mehr Fallhöhe schafft und mehr Abgründeschaft als Dating in Berlin.
00:46:13: Also ich musste bei dieser Passage jetzt doch nochmal gerade an Findenken, der vorhin erzählt hat.
00:46:18: Das wäre ja vielleicht auch ein Roman, der spezifisch für einen Preis entstanden ist und ich dachte an diesen allgemeinen Trend diese Tendenz zum sagen wir im weitesten Sinne Female Body Horror, der sich die letzten Jahre im Kino aber eben in der Literaturbahn gebrochen hat.
00:46:34: Wir haben glaube ich in unserer Folge über Jim auch so ein bisschen darüber geredet.
00:46:40: Ist es vielleicht auch auf seltsame Weise
00:47:01: kalkulierend?
00:47:05: in dem man jetzt einfach einen Roman mit allen Themen geschrieben hat.
00:47:11: Ja, das satirische klingt auf jeden Fall hier und da an was genau der satirisch-spitz aufgespießt wird.
00:47:18: Das ist manchmal vielleicht ein bisschen unklar.
00:47:21: Eine Figur eine Männerfigur im Buch kommt aus Buxtehude ist fürs Studium nach Hamburg gezogen.
00:47:28: Fühlst du dich gesehen?
00:47:31: Nein, nicht so ganz.
00:47:32: Weil ich sagen würde wenn man jetzt schon zum Studium nach Hamburg gegangen ist dann möchte man eigentlich die Nachbuchstuhlgude zurück und ich möchte auch kurz die Konstruktion der Autorin die nach Burgstuhlung kommt um da zu lesen leicht anzweifeln.
00:47:49: Also ja, es gibt Lesungen in Buchstuhude.
00:47:51: Es hätte mal fast eine Lesung von Ronja von Rönne gegeben für ihren Debüt-Romantier kommen.
00:47:56: Die wurde dann aber abgesagt weil Frau Rönner Kopfschmerzen hatte.
00:47:59: Ich wäre sogar hingegangen tatsächlich, weil ich damals den Roman sehr gut fand als ich gerade mein Abitur machte oder kurz davor... Aber ich habe das Gefühl dass die Das ist die Art von Literatur, die unsere Protagonistin hier schreibt.
00:48:13: Eigentlich nicht nach Buchstuhlbulle eingeladen werden.
00:48:17: Und der Literaturpreis, der hier vergeben wird... Der isst mir auch nicht bekannt, sagen wir so.
00:48:22: Der Literaturprass aus Buchsthulbulle, den ich natürlich kenne, ist der Buchsthuhler Bulle und das ist ein Jugendliteraturpreiss.
00:48:27: Er hat doch nicht das Gefühl, dass sauber ein Jugend... Buch ist, also ich glaube nicht.
00:48:33: Aber
00:48:33: das ist jetzt nicht so.
00:48:34: für den Kritik zur Last legen wollen?
00:48:36: Nein, das können wir nicht.
00:48:37: Ich habe einfach das Gefühl, Buchstuhude steht hier ein bisschen auch als Schifre und wieder als Metapher, denn etwas, was ich nicht wusste lange Zeit ist, dass für Berliner Leute Buchstohude so viel heißt wie Geh dahin wo der Pfeffer wächst.
00:48:51: Das ist allgemeinten
00:48:53: Comedy-Wort für ganz viele!
00:48:55: Also das sagt man auch im Süddeutsch, es
00:48:58: ist kein
00:48:58: Berliner Phänomen.
00:49:01: Gut, der achtjährige Film wusste das nicht.
00:49:03: Weil in Wuchstuhude, oh wunder, benutzt man diesen Vergleich.
00:49:07: Da
00:49:08: sagt man das nicht so seltsam!
00:49:10: Nee da würde man halt sein gehen nach Mappen oder sowas.
00:49:13: und ich weiß nicht ob ich diese Geschichte auch schon mal erzählt habe, aber ich war mal als Kind bei einem Herz für Kinder und da laufen am Anfang halt alle Kinder mit den Prominenten auf die Bühne.
00:49:22: Ich war anhand von Til Schweiger geschnackt.
00:49:27: Er hat mich gefallen, wo kommst du denn her?
00:49:28: Und ich dachte mir gut, ich komme ja eigentlich aus York im Altenland und das wird der Herr Schweiger aber natürlich nicht kennen!
00:49:33: Ich sag mal Buchstuhude!
00:49:36: Und er lachte so und meinte halt wo kommste wirklich
00:49:39: her?!
00:49:40: und ich war komplett perplex, weil ich mir dachte woher weiß Till Schweiger denn dass ich nicht wirklich aus Buchstuhude komme.
00:49:47: Und ich glaube dann erzählt ihr mir irgendwie mal hinter der Bühne was die homo-reske Verwechslung hier gewesen wäre.
00:49:54: also vielleicht müssen wir Buchstuude in Antimüller weniger als das tatsächliche Buchstufudel begreifen sondern mehr als die Verkörperung des provinziellen Nirwanas das Provinziell Nichtes wo man jetzt hin muss
00:50:05: Spannende Erzählungen aus dem Kulturbetrieb, aus der Kunst- und Fernsehwelt.
00:50:12: Die gibt's nicht nur bei Finn, sondern auch in diesem Roman.
00:50:14: Gibt es denn für euch noch ein Fazit?
00:50:17: Gibt's noch abschließende Wort oder etwas das ihr noch ansprechen wollt, Maria?
00:50:23: Nein!
00:50:30: Okay dann bleibt das drin.
00:50:32: Finn hast du denn noch irgendeine Art von Fazit oder irgendwas was wir noch nicht besprochen haben?
00:50:36: Ach, ich bin ein bisschen traurig dass an Romane den vielleicht schönsten Cover des Jahres.
00:50:43: für mich am Ende nur so einen drei Sterne Buch geworden ist.
00:50:47: Ja du spielst an auf sagen wir den Tinder Geist in so einer blutigen Regenmantel Variante.
00:50:54: es gibt auch mehrere Kritiken die explizit sich mit dem cover beschäftigen.
00:50:59: wie hast Du das gesehen gelesen was macht es so besonders?
00:51:03: Nun ja, also die Metapher des Geistes wird für unseren Andy Müller auch zu Beginn des Romanes benutzt und dann wird er von einem Geist so einen echten Menschen.
00:51:13: Tinder-Geist ist total lustig!
00:51:15: Da bin ich gar nicht darauf gekommen... Ich fand das einfach wahnsinnig ästhetisch.
00:51:18: und endlich mal wieder in so ein Blickfang-Cover Und das ist ja auch ein bisschen der Grund weswegen ich das Buch ausgewählt habe.
00:51:25: Ich bin hier auch so'n Schaufenster-Shopper manchmal.
00:51:29: Mir fällt doch was ein?
00:51:33: Sorry, sorry.
00:51:35: Schau, Fenster-Schopper!
00:51:36: Ja so spreche...
00:51:37: Was macht ihr mit Tanja und Jerome?
00:51:40: Woran... Das habe ich auch zuerst nicht gecheckt.
00:51:44: Achso du... Mit den Protagonisten von Allegro Pastel meinst Du?
00:51:47: Ja die hier einen Cameo auftritt haben.
00:51:52: Und die irgendwie so cancel kaltschermäßig gleich eingebunden werden.. Also ist es nicht Jerome der danach übergriffig wird?
00:52:01: Ja Es ist auf jeden
00:52:02: Fall eingerobene, übergriffig wird.
00:52:08: Naja vielleicht ist es so der Versuch sich in dieser Art von Gegenwartsliteratur zu verorten und darauf auch doch irgendwie auf Distanz zu gehen, zu wissen was die Falschticke und die Fragen der Gegenwartsliteratur sind und wie man sie anders treffen kann.
00:52:25: also das ist ja schon ein Roman wenn du wie du sagst findest suchend sich bewegt durch die Welt in einer Zeit, in der das schon so analysiert worden ist wie banal, wie flach, wie stromlinienförmig.
00:52:41: Manchmal die Existenzen sein und die Literatur, die sie ausspuckt dass sie auch fragt Wie kann man damit jetzt umgehen wenn man diese Art von satirischem Blick?
00:52:49: Ich meine wir haben über den Roman natürlich schon gesprochen und haben da unterschiedliche Perspektiven drauf Wenn der schon entstanden ist und man sich wie du sagst es dazu verhalten muss.
00:52:57: also ich glaube Das ist schon auch der Versuch sich Wie bei allen Stellen zu fragen, was existiert und was kann man basieren darauf?
00:53:05: jetzt mit Literatur?
00:53:06: Mit Sprache tun.
00:53:08: Was muss Sprache leisten in der Zeit, in der solche Figuren schon existieren?
00:53:16: Schöne Gedanken und schöne Zusammenfassung.
00:53:18: Ich würde ihn nicht sehen!
00:53:21: Ich meinte übrigens vorhin nicht den Tinder, sondern den Snapchat-Guys.
00:53:26: Diese Flüchtigkeit ich meine... Flammen.
00:53:30: Aber das passt ja auch, weißt du Snapchat?
00:53:33: Das
00:53:33: weggewischtes Bild... Die Flamme sind zum Geist werden können!
00:53:35: Ja.
00:53:36: Das Bild verschwindet der Mensch, der verschwindelt wie ein Geist.
00:53:39: Das Ghosting, dass da thematisch dran hängt.
00:53:42: Also ich finde es ist ja schon ... Ich würde bei dir sagen also das Cover ist sicher interessanter als das Buch.
00:53:50: Das will aber nicht mein Fazit sein sondern ich glaube ich habe das meiste hier schon gesagt Ich mich nerven diese Schutzbarrikaden.
00:53:58: Mich nervt das Gefühl, dass es kein doppelbödiger Roman ist aber eben auch keiner mit Fallhöhe und dass das so seltsam zusammenkommt und die ganze Zeit mir schon vorgegeben wird was ich zu denken habe oder dass mir die Autorin die ganze zeit sagen will ja alles was du an Kritikpunkten hast das hab' ich auch schon gedacht Das macht's nicht besser!
00:54:17: Das ändert nichts daran.
00:54:19: Sucht weiter wenn ihr noch nichts gefunden habt sucht weiter.
00:54:23: Betrieb der fordert bestimmte Dinge ein, aber irgendwie habe ich das Gefühl Ich mag ihre Bewegung.
00:54:29: Ich mag den Vektor Aber ich mag noch nicht den Punkt an dem sie rausgekommen ist sondern vielleicht in drei Romanen Vielleicht den vier vielleicht irgendwann vielleicht wenn der ganze Kulturbetrieb oder die Welt ein bisschen weiter ist mal schauen
00:54:43: Finn
00:54:44: Was lesen wir denn beim nächsten Mal?
00:54:46: Ja wie könnte es anders sein?
00:54:49: Unsere eine der wichtigsten Autorinnen für diesen Podcast Karine Waal hat einen Roman veröffentlicht.
00:54:55: Unsere Schutzheilige, unsere Claim-to-Fame-Autoren.
00:55:00: Ja wir sind gespannt auf... Ich muss den Titel ohne Spüren verwiesen.
00:55:04: Auf all'n tausend neunhundert
00:55:05: neunundneunzig Meter über dem Meer!
00:55:11: Ich möchte jetzt nicht voreingenommen sein aber der Titel gefällt mir schon mal nicht.
00:55:16: Wir sind gespannt, würde ich sagen.
00:55:18: Der vierte Roman von Karine Waal – was macht man nach dem Backlash von die Assistentin?
00:55:24: Es gab schon einige spannende Rezensionen im Spiegel, der geteilt wurde wo es hieß Schreibfrau Waal einfach bewusst schlechte Romane.
00:55:33: Stern!
00:55:33: Wer weiß das schon nächste Woche werden wir euch darüber mehr berichten können.
00:55:37: hierbei gelesen
00:55:38: Das wäre auf jeden Fall eine geniale Strategie, das haben noch nicht so viele gemacht.
00:55:42: Schlechte Romane!
00:55:43: Davon gibt es ja echt nicht so viel.
00:55:45: Ich bin sehr gespannt was wir dazu beim nächsten Mal zu sagen haben.
00:55:48: Vielen Dank Maria und vielen Dank für die Zeit genommen habt.
00:55:51: Danke dir
00:55:52: Tschüss.
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