Folge 60: 1999 Meter über dem Meer (Caroline Wahl)
Shownotes
22 Bahnen, Windstärke 17, Die Assistentin, 1999 Meter über dem Meer - die Caroline Wahl Jahresuhr steht niemals still.
Natürlich hat sich das "Gelesen" Team wieder interessiert auf den neuen Roman der Autorin gestürzt, die längst mehr Popstar als Literatin ist. Wie Lucas, Maria und Fynn von Taylor Swift und Katy Perry zu Santiano kommen und sich schlussendlich fragen: Was soll man zu Wahl eigentlich noch sagen?, müsst ihr selber hören. Steile These der Folge: Die Welt ist durch mit Caroline Wahl. Sollte allerdings demnächst eine Privatfernsehen Version des Bachmann Preises auf Sendung gehen, wirst ihr, wem ihr das zu verdanken habt.
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00:00:01: Caroline Wall ist die deutsche Taylor Swift, hittet die reinische Post.
00:00:04: Laut SFR hat es Wahl mit dem Taylor-Swift Rezept zum Bestseller geschafft und auch in der Tat wird postuliert.
00:00:11: Mit Caroline Wall verhält es sich ein bisschen so wie mit Taylor Swift.
00:00:14: Der Musikexpress fragt Caroline Wall und Taylor Swift – Girlbosses oder unkühle Showgirls?
00:00:20: Profil berichtet über den absurden Meinungskrieg um die Taylor Swift der deutschen Literatur.
00:00:25: Selbst beim Satire-Magazin Titanic wird über den Kurzschlusswahl gleich swift gespottet, sie reduzieren den Vergleich auf Punkte wie Wahl kann ebenfalls von ihrer Kunst leben sogar ganz gut oder auch beide lieben Erdbeereis und die Werke von Ayn Rand.
00:00:39: Erst im Juni gab es eine Fachkonferenz zu Waltz damals erst drei Romanen umfassendem Werk mit dem Titel Problematisierte Popularität.
00:00:47: Caroline Walz in Literatur.
00:00:49: zumindest das verbindet sie mit Taylor Swift.
00:00:51: Die Popularität und der Diskurs über die Popularität überstrahlen manchmal das Werk.
00:00:56: Wenn Literatur besonders erfolgreich ist, wird sie scheinbar zu etwas Neuem – angeblich schwer greifbarem.
00:01:02: Was ist die Steigerungsform von Pop-Literatur?
00:01:05: Wahl ist schon früh in ihrer Karriere ihr eigenes Universum geworden!
00:01:08: Ihr eigenes Bezugssystem….
00:01:10: Die Protagonistin ihres vierten Romans – eintausend neunhundertneunhörtzig Meter bei dem Meer – ist konsequenterweise eine Nebenfigur aus Windstärke siebzehn.
00:01:17: Samara, die frühere Schulfreundin von Ida, ist mittlerweile in einer Berliner PR-Agentur tätig.
00:01:23: Zu Beginn des Boos treffen wir sie ungütlich auf Baal.
00:01:26: Nach der Abreise ist sie unglücklich in Berlin.
00:01:28: Sie muss raus, auf und davon – und steigt deshalb in den Mercedes Richtung Süden und Freiheit!
00:01:34: Wahl ist mittlerweile Markenbotschafterin für das Automobilunternehmen aus Stuttgart.
00:01:38: Auf ihrer Reise in die Schweiz entwürft Samara zunehmend eine neue Identität.
00:01:42: Sie entdeckt die Liebe und die Kunst für sich aber eben auch die Hochstappelei.
00:01:46: Das Imposter Syndrome lastet schwer auf dem Imposter Inn.
00:01:49: Wir haben den Roman gelesen und wir das sind heute Maria oder Joeph Skaja
00:01:52: Hallo
00:01:54: Und Finn Benkert
00:01:56: Und Lukas Parvencik natürlich.
00:01:58: Servus, Geritze und hallo liebe Freunde!
00:02:00: Wo treffen wir uns denn heute?
00:02:02: Wir sitzen schon seit dem Ritz im Hotel oder?
00:02:04: Und trinken hier einen schönen Amurgatis-Tower.
00:02:06: werden wir über diesen neuen Roman reden?
00:02:08: ganz gediegen, ganz schön ich freue mich.
00:02:10: Na ja wir
00:02:10: bilden auf jeden Fall ein paar Stationen.
00:02:12: also Ich bin ja deutlich Werther in Süden ihr beide eher oben im Norden.
00:02:16: das heißt wir können zumindest ein bisschen so die Stoßrichtung des Ganzen irgendwie nachvollziehen.
00:02:22: Ein Roten, aber fangen wir doch tatsächlich an.
00:02:25: Caroline Waal Taylor Swift – was will denn die deutsche Literaturkritik uns damit sagen außer dass sie so eine ganz praktische Kurzformel entdeckt haben und das SEO-Optimierung immer noch wichtig ist gerade im Onlinebetrieb?
00:02:39: Was macht ihr mit diesem Kurzschluss?
00:02:44: Das habe ich mich halt auch gefragt, eigentlich was damit gemeint ist vor allem.
00:02:48: Was genau das Taylor Swift Rezept ist, was du jetzt erwähnt hast in deinen Zitaten?
00:02:52: Weil einerseits denkt man sich irgendwie vielleicht dass es wirklich so ein einfacher Brückenschlag, vielleicht auch wirklich relativ wahllos weil blonder junge Frau Aber andererseits, wir haben ja so Personen wie Giovanna Reisinger, die definitiv und noch viel mehr, also noch viel gezielter auf einen gewissen Popstar-Habitus in der Literatur aufspringen.
00:03:19: Aber sie nicht, wie Popstars behandelt werden!
00:03:22: Und ich denke mal im Subtext ist es das... Und gerade auch von den Leuten im Föttern, also von Journalistinnen die ihr nicht negativ gegenüberstehen Karoline Waal wie ein Promi behandelt wird und nicht wie eine Literatin.
00:03:40: Und andererseits das hätte mehr tatsächlich mit dem Text zu tun, mehr mit ihrem Werk zu tun.
00:03:45: Das was du erwähnt hast mit diesem selbstbezüglichen System denn das ist mir tatsächlich aufgefallen.
00:03:52: So auch Taylor Swift, so wie ich das was sie macht kenne hat immer wieder diese extra die ägetischen sage ich jetzt mal verweise.
00:04:00: Sie haben Taylor Swift hat Lore und diese Lore, diese Oster-Eier suche übersteigt bei Taylor Swift mitunter sehr.
00:04:08: Das Werk oder halt wirklich die textemmanente Interpretation Wie es hier das mittlerweile bei Caroline Waal auch macht, Caroline Waals in diesem neuen Romanen, da ist er über den Meer.
00:04:22: Bezieht sich weniger auf irgendeine Außenwelt und viel lieber auf ihr eigenes Image, auf was die Leute in ihr sehen – auf ihre eigene Romane?
00:04:33: Das ist Lore, das ist World Building, das is Markenverwaltung!
00:04:38: Ja, ich habe mich gefragt.
00:04:40: Ist es so ein bisschen wie das, was wir in der Pop-Kultur allein insgesamt erleben?
00:04:44: Also so dass Marvel multiversum all diese Systeme, alle diese Strukturen die nach außen verweisen?
00:04:50: aber so diese Pop-Logik, diese Star-Logie gerade scheint mir doch auch eine Möglichkeit zu sein sich zu immunisieren und zu sagen um das was ihr da draußen ihr Kritiker die ganze Zeit fordert bestimmte formale Gewitsteheiten und Konzeptionen darum geht es ja eigentlich nicht sondern dass es eben Das ist schaumig und leicht, luftig.
00:05:11: Aber ist es denn auch so glamourös?
00:05:14: Ist es denn so prunksüchtig?
00:05:17: wenn ich ehrlich bin an Helene Fischer gedacht als jemanden wie Taylor Swift.
00:05:23: Also schon irgendwie auch eingepreist in eine sehr wenig an Singularitäten am Normcore interessierte Welt, an einer Welt der Normalität aber dann doch halt viel davon und vorgetragen mit so einer großen Professionalität weil damit verbinde ich Taylor Swifter als Popstar irgendwie auch immer.
00:05:44: Sein ganzen Sendung sich so darstellt wie jemanden, der das alles perfekt vorbereitet.
00:05:48: Und ich musste vielleicht auch an diese letzte Shearing Day wie David Dokumentation denken... Also mir scheint es schon nicht so groß zu sein, nicht so glamourös was eben bei Karoline Waal aufgefahren wird selbst wenn man jetzt mittlerweile ein bisschen flext mit Prada und dem neuen Mercedes oder so.
00:06:10: Ich glaube, was sehr wichtig war für die Erfolgsformel Karine Waal.
00:06:15: Am Anfang war so ein bisschen das Effortlässe im Erfolg also dieses, dass Karine Wal dir das Gefühl gibt sie hat dieses Bufzweinzwanzig-Bahn nachts nach ihrem harten Job geschrieben.
00:06:24: wovon wir in die Assistenten dann erfahren haben zwingt er zwonker und Das schüttelt sich einfach so aus dem Ärmel.
00:06:30: es ist ja sehr interessant, dass wenn man sich Interviews mit Baal anhört Dass es da wenig um Schreibszene geht oder um kreative Prozesse sondern eben um Kuscheltiere Sportwagen, da passt sicherlich eure Promi-Idee dazu.
00:06:43: und eure sie möchte als Popstar wahrgenommen werden.
00:06:45: Nicht als Literatin!
00:06:46: Da kommt einem natürlich auch so ein bisschen die neunziger Jahre Popliteratur aus Deutschland wieder in den Sinn.
00:06:52: Ich glaube nicht umsonst wird ein Kracht- und Stuckradbarre hier genehmendroppt.
00:06:55: mit Stuckratbarre hängt sie mittlerweile ja auch rum.
00:06:58: Das wirkt für mich doch sehr, als ob man noch mal in drei, neunzig durchspielen möchte.
00:07:02: Und fährt auch ein Folleton sich so ein bisschen verträumt daran erinnert, dass man damals selber als Voluntär angefangen hat bei der süddeutschen Zeitung und dabei sein durfte beim Trist-Hess-Royal.
00:07:12: Ich sehe jetzt Wünsch da ist wieder was nach deutschen Gegenwartsliteratur das.
00:07:16: es sind keine verkrampften Bücher die ich behandle zwar schon Themen im Anführungszeichen aber immer mit einer happy go lucky Attitüde.
00:07:25: Ja, ich glaube wir können bei Wahl aber auch beobachten wie sie es geschafft hat ihre eigene Zielgruppe zu verprellen.
00:07:31: Denn Wahl ist ja eine Autorin die durch Bugtok vor allem bekannt geworden ist.
00:07:35: Zweiundzwanzig Bahnen ist ein Buch, das gerade eben in den sozialen Medien den ersten großen Erfolg erfahren hat und dort auch die große Verteidigung erfahren hat – die wer auch von vielen Popstars kennen, denn sie in Anführungszeichen eher schwächere Werke herausbringen.
00:07:48: Was Swift aber ja immer gemacht oder zumindest lange gemacht hat, ist auch dieses Every All American Girl Image zu halten und sich bei den Fans zu bedanken.
00:07:57: und immer noch dieses eigentlich bin ich doch das Mädchen, dass unter dem Bleacher sitzt und nicht bei den Cheerleaders Image zu spielen.
00:08:03: Und Wahl hat das ganz andere gewählt und hat sich schon beim ersten Buch eben als die, na ja rechtmäßig jetzt ganz an der Spitze Seinde dargestellt.
00:08:12: Die vollkommen zu Recht Erfolg hat, die Millionen Bestseller schreibt weil sie es einfach kann... ...und dann angefangen zu wettern und zu naggen also zu sagen ich will jetzt mein Literaturpreis!
00:08:22: Ich will jetzt endlich wahrgenommen werden.. ..und das habe ich das Gefühl, hat dem Phantom nicht gefallen.
00:08:27: Ich glaube dass ist etwas was die Fans machen müssen.
00:08:30: man möchte glaube ich nicht dass der Künstler selber so Selbstbewusst ist, um es jetzt mal freundlich auszudrücken.
00:08:36: Wie seht ihr das?
00:08:38: Wie ist der Fallwahl zustande gekommen?
00:08:40: Denn wir können ja schonmal festhalten, dass du einen schlimmer Titel hast.
00:08:49: Das hat nicht ganz so die Blockbusterqualitäten wie die vorherigen drei Bücher.
00:08:55: im öffentlichen raum diskussion über diesen roman gehört oder eher andersrum.
00:08:59: ich habe diesen roman schon sehr viel auf.
00:09:02: das möchte ich gar nicht erst lesen.
00:09:04: liste also was ist da passiert?
00:09:06: dass man innerhalb von drei jahren zum protégé einer genzi Zum feind wird und da passt vielleicht der taylor swift vergleich wieder weil auch swift ja so ein bisschen an öffentlicher reputation eingebucht.
00:09:20: So, das war meine Frage auch im Vorgespräch.
00:09:24: Wenn wir jetzt beim Swift-Vergleich sind und ich glaube noch passt der ja auch eingermaßen ob das jetzt ihr Reputation ist oder ihr Life of a Sure Girl?
00:09:32: So, Reputation habe ich in Erinnerung.
00:09:35: alles halt so... old Taylor can't come to the phone right now because she's dead, halt wirklich so überspannt edgy.
00:09:42: Ja,
00:09:42: überspannt Edgy aber halt auch ambitioniert darin.
00:09:45: Halt wirklich dass da ein Strecken ist nach etwas was sie vorher nicht war und was man eher vorher als irgendwie so diesen Girl Next Door nicht zugestanden hat.
00:09:55: Und Repetition.
00:09:55: Vielleicht
00:09:56: diese Transformation die auch Popstars wie Britney Spears oder
00:09:59: so durchgemacht
00:10:00: haben wo man so die eigene sanfte Disney Vergangenheit abstreift?
00:10:05: Aber wichtig bei Reputation ist ja die Regression mit dem Album danach, nämlich die gescheiterte Neuentwicklung.
00:10:12: Dass man nach Reputation Lava rausbringt und sagt Ups!
00:10:18: Wir haben vergessen was gerade passiert.
00:10:20: das war alles ein größer Traum und Old Taylor ist wieder auf den Phone.
00:10:24: Und die gleiche Regression erleben wir auch hier in one-thousand neunneunneinzig Meter über dem Jahr.
00:10:30: Ich würde
00:10:31: eher sagen Ja, deswegen.
00:10:34: Ich würde nämlich sagen, dass jetzt die Assistentin ihr Reputation ist und das hier ist Lover.
00:10:39: Nee!
00:10:40: Das is Showgirl.
00:10:41: Ja bitte
00:10:42: oder Showgirl?
00:10:43: Also ich
00:10:43: weiß nicht ob wir jetzt genau mit dieser Meme-Grafik wo wir jeweils Buch zu Album zu anderen so furchtbar weiterkommen weil mein Gefühl ist wenn ihr sprecht über Prominenz dann ist es ja ein Phänomen dass sich irgendwann auch Verselbstständig, dass irgendwann für sich selbst steht und eigentlich ist es dann auch egal was die Person tut.
00:11:01: Wenn wir von einem Prominenten oder von einem It Girl sprechen oder so... Dann sind das ja Menschen, die einfach berühmt sind!
00:11:06: Wir haben ja gerade auch wenn wir von Promis reden in den letzten Jahrzehnten so eine eigene Maschinerie.
00:11:11: man geht dann irgendwo in den Dschungel oder man geht auf die Alb oder sowas.
00:11:15: Und jetzt habe ich auch das Gefühl Karoline war alles groß genug.
00:11:20: Sie hat jetzt den Lift auf, sie ist aus der Atmosphäre raus und jetzt dienen die Bücher eigentlich nur noch dem Zweck irgendwie neuen Gesprächsstoff neue Wahrnehmung, neue Anlässe für Medienauftritte zu schaffen und vielleicht auch wenn wir gerade über Edginess gesprochen haben sehr kalkulierte neue Skandale.
00:11:39: Und über diese Edgiest würde ich schon gerne mit euch reden weil man hat ja das hier auch in einer der Texten gelesen Anti-Woke und es gibt da ganz klare Feindbilder.
00:11:49: Und man hadert auch so ein bisschen mehr der Moderne, was in den befrührenden Büchern anklang und was Finn wir auch in unseren letzten Besprechungen immer schon bemerkt haben wird jetzt expliziter.
00:11:59: oder also das ist ja jetzt auch wenn wir darüber reden an wen richtet sich dass eine große Ablenung bestimmter Gegenwartsphänomene zu lesen oder wenn wir das einfach nur als Prominenz Phänomen begrafen werden, dann sind auch Herausforderungen eben an einem Medienlandschaft drin.
00:12:17: Wie habt ihr das denn wahrgenommen?
00:12:19: Also was sind so Sachen bei denen euch das aufgefallen ist?
00:12:22: eine der bekanntesten Passagen die jetzt auch schon rumgegangen es ist wahrscheinlich die über die Autorin die in Auschwitz gestorben ist und das war für mich Das war
00:12:33: genau
00:12:33: die Entsprechung von diesem Zitat aus der Assistentin in Dingmes um, wenn ihr euch erinnert.
00:12:38: Die Ritznarben ging gegen die Armbänder aussahen und die dann angeblich estetisiert wurden.
00:12:44: vor diesen Passagen gibt es doch mittlerweile viele oder?
00:12:46: Dieses Buch will provozieren.
00:12:48: Oh,
00:12:48: und die Müllermilch wäre so alles schon eingefasst und eigentlich ist Mülliamilcher cancelled.
00:12:53: oh mein Gott!
00:12:55: Ich möchte noch kurz auf diesen Punkt mit der Prominenz einsteigen weil so wie ihr das ja zuletzt besprochen habt würde dass etwas immunisierendes sein, dass irgendwie Karoline Walltürbig to Fail ist.
00:13:05: aber ich habe auch oft drüber nachgedacht beim Lesen dieses Buches, dass es in diesem prominenten Charakter von Karoline Wahl komplett einsteigt ausspielt, aber ich finde da ist im Subtext etwas unfassbar demütigendes dabei.
00:13:22: Und wenn mir als Autorin so behandelt werden würde dann wäre ich beleidigt.
00:13:30: Dieser ganze Promi-Zirkus um Karoline Waal also die Art und Weise wie über sie Reportagen geschrieben wird, wie mit ihr Interviews geführt werden welche Art von Publikumsfragen sie bekommt gerade von den Leuten Ich bin gerade von einem Journalisten in Indien.
00:13:48: positiv über sie schreiben oder halt sie mit Samthandschuhen anfassen, geht im Subtext etwas aus.
00:13:53: Das war halt wirklich irgendwie vorsichtigerweise die Literatur tatsächlich ausklammert.
00:13:59: So dass diese Prominenz und die Person Karoline Wahl, die Persona-Karoline Wahl wichtiger geworden ist als die Literatur.
00:14:09: weil das ist der Subtext für mich so fühle ich mich wenn ich das Ganze mitbekomme.
00:14:14: Weil ich glaube gerade die Leute, die positiv über Sie schreiben nehmen ihre Literatur nicht ernst.
00:14:19: Und ich frage mich jetzt mittlerweile, bei diesen Romanen hier in der Zeit von dem Jahrhundert.
00:14:27: Caroline Wall hatte ja damals den einen Skandal mit diesem schmolligen Post darüber, wie gemein es doch sei, dass sie nicht auf der Buchpreislage des Gewerben gewesen ist so... Ist das immer noch dieselbe Karoline Wall, die diesen Roman geschrieben hat?
00:14:44: Ich glaube nicht.
00:14:46: Das ist eine Karoline Wahl, sie versucht in on the joke zu sein.
00:14:49: So dieser Roman hat wirklich keinerlei in irgendeiner Weise literarischen Ambitionen, die man auch wenn ich nichts finde dass Sie ihr gelungen waren, die Assistentin noch zugestehen konnte.
00:14:58: Die Assistente hat wirklich etwas versucht formal und sprachlich.
00:15:02: aber das hier... Kein einziger Satz hat irgendwie ein Zögern von Entscheidung in sich.
00:15:09: Das ist so Literatur, die ich einem A-Zwei Deutsch als Fremdsprache... ...als Zweisprachelerdenkurs empfehlen würde?
00:15:18: Ich möchte ein letztes Mal den abgegriffenen Pop-Vergleich ziehen.
00:15:24: Denn ich möchte eine andere Musikerin hier einmal reinwerfen, die vielleicht etwas passender findet.
00:15:28: Ihr könnt gleich sagen was ihr darüber denkt!
00:15:32: Ah!
00:15:36: Also weißt du, weil alles bei was Maria gerade gesagt hat.
00:15:39: Da ist das ambitionierte erwachsene Projekt mit die Assistentin.
00:15:43: also und das muss man ja wie Maria auch gerade gesagt habe den Roman zugestehen da wird es tätisch etwas komplett anderes versucht als es in den vorangegangenen Roman getan wurde.
00:15:52: Das hat nicht funktioniert.
00:15:54: Was ähnliches hat Frau Perry ja auch mit ihrem... ...Zw.
00:15:57: album dessen Namen ihr grade nicht einfällt oder halt
00:16:00: so etwas... Casey Perry
00:16:03: hat
00:16:03: das Wirtnis genau.
00:16:04: Das war ja, glaube ich so die etwas verständlich.
00:16:09: Ich meine erst mal dieses zwei tausendsehnte Album Witness wo sie sich als Clinton Spokesperson auch stark gemacht hat und so sehr merkwürdige offene Therapie Sessions in einem Big Brother Haus abgehalten hat.
00:16:21: Dieses Album ist dann getankt und dann kam diese Transformation zu Katy Perry.
00:16:27: Man hat das Gefühl Parodie ihrer Vorherrigen selbst, also wo man dann in Las Vegas auftrat und aus einer Toilette entsprang und einen Scheißhaufen angesungen hat Und man auch so geführte.
00:16:37: Katy Perry versucht jetzt wie Maria gerade auch gesagt hat So ganz zwanghaft mit on the joke zu sein und zu sagen ja meine Lieder waren ja schon immer oberflächlich und bof und man sich denkt Naja, aber der Spaß an diesen Liedern war das Sie es aus dem Herzen heraus waren.
00:16:52: Also dass du ohne eine zweite Ebene von California Girls gesungen hast und vom Teenage-Stream... Dinge funktionieren meistens nicht, wenn Leute on the Jokes sind.
00:17:01: Dann wird der Witz meistens... Ja
00:17:03: und Finn?
00:17:04: Ich glaube das hängt auch damit zusammen was du gesagt hast über warum jetzt auf einmal die Abkehr der Fans oder die Abwehr von Booktalk.
00:17:12: weil ich glaube dass man ... um zwanzig Bahnen und Windstärke siebzehn so eine irgendwie gefühlige Authentizität zugestanden hat, also dass die haben ja diese wohligen Sonnenuntergangsbilder bei Tumblr oder jetzt mittlerweile Pinterest von zehn Jahren ist, durchklicken.
00:17:30: Und so wenn man diese Authentizität oder dieses ach das geht doch genau ins Herz also eigentlich eher in der Fischer bei Caroline Waal gesucht und gefunden hat dann hat man es hier nicht.
00:17:42: Dann sieht man hier Brüche in der Facade durch die Carolin Waal selbst gehässig lacht fühlt man sich möglicherweise verarscht.
00:17:50: Oder wenn nicht verarsht, dann ist es so ... Wenn man diese Verarsche nicht merkt, weil man das in on the joke sein, wenn man den Joke nicht merke, hat man nicht so viel von diesen Romanen.
00:17:59: Da ist abgesehen von den jokes auf die eigenen Kosten nicht so viele
00:18:03: Substanz.".
00:18:04: Was bei aller Kritik an Zweiundzwanzig-Bern und Windstecke sitzt und was diese Romane haben, ist ja irgendwie eine wahrscheinlich ernst gemeinte Erfolgsgeschichte.
00:18:14: Also da ist so die Versicherung, weißt du was?
00:18:17: Dann kann es passieren, dass dein Professor dich entdeckt und dir hilft bei deiner Bewerbung auf ne Assistenzprofessur oder halt auch eine Doktoradenstelle in Berlin.
00:18:26: Und der Aufstieg in nineteenhundertneunundneunzig ist nur noch zynisch!
00:18:32: Also er kommt auch nirgendwoher Samara... Noch ne Anders formuliert?
00:18:38: Der Hochstabler in der Literatur kommt eigentlich von unten hält einer Gesellschaft den Spiegel vor und zeigt dadurch wie maskiert sie eigentlich is'.
00:18:47: Samara kommt aber nicht von unten.
00:18:49: Also, Samara kann sich vom Anfang des Buches einen Urlaub auf Bali leisten und hat den ganzen Roman keine monetären Probleme.
00:18:56: Sie kann ja auch ohne Probleme in Sant Moritz absteigen.
00:19:00: Klar sie bekommt da eine Ferienwohnung, das hat noch ein paar Verwicklungen hier und da... Aber sie kann in diesen Hotels rumhängen, sie kann tausende Kilometer mit ihrem Mercedes auf der Autobahn hinlegen.
00:19:11: Konstant-Hundert-Achzig fahren.
00:19:12: wir wissen alle wie teuer Sprit heute ist!
00:19:19: Und so eine Figur beim Aufdick zuzugucken, da frage ich mich dann schon warum eigentlich.
00:19:23: Und das wäre meine Frage an euch schwangen.
00:19:26: für mich impliziert in diesem Roman auch mal mit dass Samara auf doppelter Ebene hochstabt darin ist weil ihre Kunst eigentlich nur gekauft wird weil die Story dahinter stimmt also weil sie ein zwei Leute getroffen hat erst einmal die Geschichte die sich über sich selber erzählt hat stimmig war und es nicht um das Werk an sich
00:19:43: ging.
00:19:43: Oh ja, definitiv.
00:19:45: Ich würde sagen ihr habt vorhin oder finden zumindest für die neunziger Jahren gesprochen und ich hatte schon das Gefühl wir sind jetzt eher in den achtziger Jahren.
00:19:54: Wir sind irgendwie im New Morning in America so eine bestimmte sich wieder erfreunde Wieder euphorisierte Wieder blisst out wie Andrew Britton damals geschrieben hat Eine Popkultur die sich wieder gefällt In der Rausch-Erfahrung Wie auch manche Literaturen in Achtzigerjahren.
00:20:10: Für mich ganz entscheidend ist ein Satz den Caroline Wal hier schreibt aus der Sicht von Samara, aber vielleicht doch aus ihrer eigenen Weis.
00:20:18: Ich möchte das nicht zu sehr kurz schließen, aber sie schreibt da... ich bin eben ganz allein dafür verantwortlich keine Scheiße zu bauen und ich glaube dass es schon eine Literatur des Hyperindividualismus ist, eine Literatur des Liberalismus auf irgendeiner Ebene Ohne irgendwie eine Tiefe ohne doppelten Boden begreifen wollen dann vielleicht auch um die düstere Wahrheit nicht zu sehen.
00:20:43: Wir haben schon darüber gesprochen, es gibt hier so einen anti-woken Turn oder sagen wir eine Sichtbarmachung von dem was vorher latent war und das dann vielleicht die Spürnasen und Pilzesuche entdeckt haben.
00:20:55: aber wenn da endlos die Müllermilch getrunken wird dann werden immer wieder gesagt ja das unterstützt eigentlich rechtsradikal aber das ist mir irgendwie auch egal und das ist ja nicht so schlimm Eigentlich, die sind ja auch alle nervig wenn die Chefin nach Diversität fragt.
00:21:10: Und die Mitbewohnerin, sie vegane Mitbewohnerin.
00:21:12: Genau und
00:21:13: dann wird er noch so ne
00:21:14: Veganenmitbewohnern das muss man sich mal rein.
00:21:18: Die würde sich in der Form nicht Mario Bart trauen, die würde sich nicht irgendwie einer von diesen Bürgerlichkeitsbespaßern trauen.
00:21:27: Weil die so flach, so simpel und dumm ist.
00:21:29: jeder, der auch nur eine Sekunde vegan oder vegetarisch gelebt hat weiß das.
00:21:32: es exakt anders drum ist dass man halt dafür permanent von Leuten halt irritiert angegangen wird.
00:21:36: aber diese Weltkonstruktion sagt uns ja eigentlich wir lassen jetzt den woken Zeitgeist in Anführungszeichen.
00:21:44: hinter uns ist seine Zeitwende genervt.
00:21:48: was Rechte in den letzten Jahren immer Virtusignorien genannt haben, betreibt sie jetzt Weißsignaligen.
00:21:54: Sie hat eigentlich permanent Indigatoren für ihre Freigeistigkeit, für ihr Gegenläufer-Tum, für Ihr Querdenkertum.
00:22:02: halt irgendwie da... Also das fängt schon damit an dass sie halt irgendwie Figuren auf Bali beschreibt wie folgt.
00:22:10: Sie ist dick und klein, hat etwas Alters und Geschlechtsloses wie so ein Troll.
00:22:14: also das heißt man hatte auch Feindbilder, die guten Männer haben nachher stahlblaue Augen und sind irgendwie
00:22:21: markant.
00:22:22: Blond.
00:22:22: Blont?
00:22:23: Blont!
00:22:23: Und
00:22:23: Kapital... und Kapital haben sie das natürlich auch nicht.
00:22:26: Reich für Scheiße.
00:22:27: also das sind jetzt Leute, die würde auch ernst jünger ohne Probleme als Protagonist irgendwie akzeptieren.
00:22:34: Ja, alles was irgendwie schwach und defekt ist das wird überwunden.
00:22:38: Das wird zurück gelassen.
00:22:39: die eigenen Unzulänglichkeiten körperliche oder so Die sind eigentlich auch eher trivial.
00:22:44: man hat fast eine thread-wife mäßige position weil Man kippt eigentlich als Protagonistin hier die ganze zeit um.
00:22:50: man Ist eigentlich selbstständig nicht lebensfähig sondern alle drei minuten kommt ein Mann einen retten.
00:22:54: man kippte in den bergen zusammen wird mit dem helikopter weggetragen.
00:22:58: Man ist irgendwie auch stolz auf die eigene Schwäche.
00:23:02: Und es scheint mir schon der Versuch zu sein... wenn ich es jetzt zuspitzen müsste, so wirklich nochmal explizit die Brücke zu schlagen von irgendwie einem so freiheitlichen offenen Liberalismus zu eben einem rechten Lager.
00:23:17: Also das ist eigentlich die offene Hand an... Das ist das Buch zur Sachsen-Anhaltwahl irgendwie.
00:23:23: Ich will jetzt nicht sagen, weißt du Karoline Wall provoziert gern?
00:23:26: Karoline wall möchte gerne herausfordern!
00:23:28: Ich würde sagen, dass das Literatur für eine neue Hitlerjugend oder sowas wäre natürlich überzogen.
00:23:32: aber ja ich weiß nicht wie geht ihr mit diesem, mit dieser Wende um die jetzt in den Büchern voll angedeutet war aber jetzt hier sehr offen ausgestellt wird.
00:23:42: Wo?
00:23:42: die würde ich sagen reicht irgendwie von freie Fahrt für Freie Bürger bis hin zu mal sehen wie oft ich den Scherz über die Holocaust Opfer noch machen kann.
00:23:53: Nun, es ist glaube ich eine neue Art von Bewerbungsroman.
00:23:56: Deswegen vielleicht würde die im weitesten Sinne zustimmen wo Zweiundzwanzig Bahnen und Windstärke siebzehn halt Die fast schon an biedenden Bewerbung Versuche als Stimme einer Generation in Anführungszeichen waren weil da ist man eben auf den rave gegangen Und man war aber leider nicht in berlin sondern ist umdorf geblieben und die freunden haben einen so ein bisschen überholt.
00:24:14: Ist das jetzt glaube ich das bewerbungspuch um zu zeigen?
00:24:17: Man hat es jetzt geschafft.
00:24:18: man isst im old money circle man ist in sand moritz unterwegs.
00:24:21: Also das kommt ja auch nicht von irgendwo her, dass diese Sant'Nuritz-Passagen so dokumentarisch versessen beschrieben sind.
00:24:29: Das Gefühl habe ich da sitzt, Karone war neben mir und sagt mir Ich war wirklich da.
00:24:33: Ich war in all diesen Lokalen Und ich habe dort getrunken und ich habe mit den Schauspielern mit gefeiert.
00:24:38: Ja dann kann man natürlich sagen herzlichen glückwunsch dass du ihn auf die Stieb geschafft hast Frau Waal aber ich möchte das nicht lesen Dankeschön.
00:24:46: Ich muss zu dem hinzufügen was du Lukas gesagt hast Was quasi das gerade so martialische Neurechte von dem Roman Man dem nachsagen kann, was dafür auch noch ganz wichtig ist.
00:24:58: Nicht nur das Abgrenzen und das Verähtlichmachen von Schwächen, was für mich schon präsent ist aber weniger, sondern noch viel wichtiger ist für mich, was führt harmlos dargestellt?
00:25:10: Was für eine Rolle spielt Kitsch und so was fehlt... Wie niedlich und harmlos die reichen Leute eben auf St.
00:25:21: Moritz dargestellt werden, es gibt da so ein paar Wegwerfszene wo irgendjemand nicht so nette Bedienung ist aber sie halt überhaupt keine Spuren hinterlassen.
00:25:29: eigentlich hängt man gerne mit denen ab.
00:25:31: Man lebt wicariously durch Samara in diesen st.
00:25:36: moritz weil das halt alles schon auch geil ist.
00:25:38: und sammare dass auch irgendwie geil findet.
00:25:41: auch wenn sie es vielleicht nicht komplett offen zugesteht
00:25:45: Sie sind auf jeden Fall so viel besser als diese ekligen Berliner selbstgerechten Moralapostel.
00:25:51: Man schneidet auf jeden fall den Zeichen ab, der da die ganze Zeit in der Luft hängt und macht einen Mittelfinger draus oder vielleicht so ein klein abgespritztes, abgespreizten kleinen Finger, dem man beim Trinken des teuren Tee-Servises irgendwie macht.
00:26:05: Und natürlich, sie liebt auch Kitsch!
00:26:09: Die Erzählerin liebt Heimatkitsch eine freie Wohnung von dem Traummann, das ist halt auch wichtig und vielleicht einmal kurz in der Erzählung uns begegnet.
00:26:21: Dabei sind die Großteil der Erziehung eigentlich nur so ein Schiffreffer für Konsumerismus für Materialialager steht.
00:26:28: Der hat in seiner St.
00:26:30: Moritz-Wohnung ein Bild von einer Holzhütte Bergpanorama und irgendwie so ein Spruch von wegen, zu Hause immer noch am schönsten oder sowas.
00:26:42: Und das ist Zitat das beste Bild was die Erzählerin jemals gesehen hat.
00:26:47: ich habe selten so ein schönes Bild gesehen und da drauf steht I think i'll stay home today.
00:26:55: Ich dachte auch total viel an den Heimatfilm.
00:26:57: Weißt du, wenn man da durch die schneebedeckten Berglandschaften zusammen kichert und gegelnd ein bisschen angeheitert nach Hause läuft?
00:27:04: Also es fehlt nur noch einen Duell um das Schießen des röhrenden Hirsches der dann die Angetraute in die eigenen Arme bringt... Dann ist das vollendet!
00:27:13: Wenn wir uns zurück erinnern an den Heimatfilm, ja der war irgendwie hier und da doch interessant in seiner Konfliktsituation.
00:27:20: Der hat dann auch wenn er diese Männer um die Frauen ins Duell getrieben hat auch irgendwie interessante so Minajatois und homoerotische Situationen und Subtexte aufgebaut.
00:27:29: aber... Er war schon vor allen Dingen der Versuch die Schrecken des XXI Jahrhunderts vergessen zu machen sich in heile Welten zurückzuziehen.
00:27:39: Und ich habe schon das Gefühl nicht mehr weiterziehen, sondern wenn dann auch sagen wir die Wurzellosen.
00:27:47: Die herumgetriebenen der Gegenwart also all diese Bohemias festen Boden finden und dann auch irgendwie ein Ziel so... Dann ist es auch egal ob sie Betrüger sind oder nicht denn ihr Herz ist rein und keiner kann ihnen schaden!
00:28:00: Also ich glaube schon dass diese Flucht nach St.
00:28:03: Moritz schon auch ja Heimatkitsch vor allen Dingen im Kern trennt.
00:28:07: Ja vor allem was für ein Road Novel?
00:28:09: Sie isst da die ganze Zeit Sie haben jetzt ja explizit keinen Bock nach Italien zu fahren.
00:28:14: Können wir kurz?
00:28:15: Also ich möchte das vielleicht einfach nochmal um so einen Effekt auf mich zu beschreiben, ansprechen... Die ersten zwei Hundert Seiten passiert ja gar nichts!
00:28:23: Die ersten Zweihundertseiten sind völlig egal.
00:28:25: Wenn wir in St.
00:28:26: Moritz ankommen, dann entfaltet sich zumindest irgendwie was.
00:28:29: aber vorher dachte ich einfach wann beginnt denn dieses Romanwerk endlich?
00:28:34: Wann sind wir denn endlich aus der Einführungspassar?
00:28:37: also man hätte ohne mit der Wimpern zu zucken diese Zweihundertseite rausreißen können und nichts verpasst irgendwie.
00:28:44: Ja
00:28:46: man braucht ja diesen ersten Teil mit den normalen Leuten um zu zeigen warum wir in Sankt Moritz sein wollen.
00:28:52: perfide Anti-Woke-Strategie des Romans funktioniert.
00:28:56: Es hat mich so ein bisschen erinnert an die früheren Til Schweigerfilme, also vor allem Keinohasen und Zweigerküken, die nämlich Ansicht haben... Die wurden ja damals auch sehr positiv besprochen und der Backlash kam dann erst ein paar Jahre später.
00:29:10: Das spannende bei Kein ohasen & zweigerkügen ist dass sie wirklich Miso Gühnen und frauenfeindlichen Passagen, fast alle von Frauen gesagt werden.
00:29:19: Und alle in so einem... So ist es halt!
00:29:21: Und weil Nora Tschörner dir sagt, dass jede Frau sich nach dem zweiten Mal Sex mit Tischweiger verlieben würde?
00:29:26: Ist das ja plötzlich ein Fakt?
00:29:28: ne?
00:29:28: Weil es hat eben eine Frau gesagt.
00:29:30: Und was war hier?
00:29:30: macht es glaube ich einfach wie Maria schon gesagt hat ums diese super Reichen als total nette uns süße freundliche und vor allem kameradschaftliche Leute zu zeigen.
00:29:40: Die helfen dieser jungen Frau die da einfach die Ecke gekommen ist einfach so, weil sie so gut in ihrem Herzen sind.
00:29:47: Wir sind natürlich Passagen wie, ach dieses ganze Rokistan.
00:29:50: und so wirkt natürlich plötzlich ganz anders als wenn ein Dieter nur es auf der Bühne sagen würde.
00:29:56: Das ist schon echt perfil.
00:29:57: Und es gibt ja finde ich ganz viel völlig legitime Kritik an moderner Identitätspolitik und es gibt auch Artorinnen, finde ich die das oft sehr interessant und sehr zornig.
00:30:08: Ich denke zum Beispiel an Sadie Smith, die da viel essayistisch drüber geschrieben hat oder an Virginie de Pont Natur der neunziger Jahre und sehr orientiert am Punkrock sicher nie begeistert ist von einer heilen Welten und so aufgespieltem selbstgerechten Gutwändstuben oder so.
00:30:27: Aber hier sehe ich überhaupt keine Auseinandersetzung mit der Frage, worum geht es eigentlich?
00:30:33: Was wollen diese Menschen?
00:30:37: In dieser Fanatheit in Konsum und Oberflächen der Popkultur vergisst sie irgendwann, dass es was anderes gibt.
00:30:44: Also indem diese Frau auf Bali, die Angestellte da als trollartig beschrieben ist, ist sie eigentlich schon vernichtet!
00:30:52: Man braucht nichts über sie zu wissen.
00:30:54: Es gibt nicht selbst das, was in manchen Klischee-Romanen so weißt du Das gute Herz des hässlichen Menschen oder sowas Oder das Monster, das dann doch noch in seiner Sanftheit gerettet... Es gibt keinen Frankensteinsmonster irgendwie missverstanden ist, sondern wir erkennen eigentlich schon daran dass die Leute an den richtigen Orten in den richtigten Klamotten sind das sie irgendwie gut sind.
00:31:15: Im schlimmsten Fall sind Sie so ein bisschen langweilig und uninteressant wie dieser eine Typ mit dem... Oh
00:31:20: ja der wird es halt auch für
00:31:22: fünf Jahre alt.
00:31:23: ...Lost in translation zeigt und irgendwie so ein bißchen nervig isst und so.
00:31:26: aber
00:31:28: Ich glaube, es ist David Schütter.
00:31:29: Also wenn wir hier das Schlüssel Roman haufte sehen, weil ich habe das Gefühl, dass er David Schutter sei?
00:31:34: Ja!
00:31:35: Es ist glaub' ich eher auch vielleicht so ein bisschen eine Klischee-Menisfilie-Figur auch oder so ein bissel... ja, so einen Typ halt der hängen geblieben ist und nicht ganz versteht was er einer modernen Frau anzubieten hat.
00:31:48: In jedem Fall hab ich das Gefühl Wenn der in seiner schlimmsten Variante Was den anderen Roman Und das könnte man genauso problematisieren, halt irgendwie ein übergriffiger und ekligeren Schägenwehrtypes.
00:31:59: Wenn dir im schlimmsten Fall so'n bisschen anstrengend ist dann merkt man schon wie groß die Verschiebung ist.
00:32:05: Dann merkt mal schon wie sie sich abheben will von einer Literatur, die in letzter Zeit vielleicht auch viele knifflige Männerfiguren entworfen hat, die zu leicht halt irgendwie ihrer satisfaktionsfähigheit
00:32:16: beraus
00:32:16: worden sind... ...und keiner hat Sex!
00:32:17: Er schafft sich hier halt wirklich sehr harmlose
00:32:22: Ja, und sie hält ja auch nur Händchen mit diesem reichen Mann mit einem wunderschönen Mann mit eisblaueren Augen.
00:32:29: Ich fand das Völge der Empfehlung von Sexualität zeigt halt auch gewissen Heimatfilmenkitsch dass Sexualität einfach irgendwie zu erwachsen, zu dreckig ist für diese doch sehr kindlich denkende und sehr kindlicht schreibende Personen.
00:32:47: also dieses Samt oder halt... Sprechende Personen, die das da machen.
00:32:50: Da gibt es so viel.
00:32:51: Irgendwie ich gehe Pippin machen oder das ist ja Doof und Müllermilch und sie träumt von all die Schlafanzügen aber genau wegen Berlin noch.
00:33:00: was mir bei Berlin noch aufgefallen ist bei diesen Passagen mit diesen ersten Zweihundert Seiten ist eigentlich wie fehl konstruiert diese ganze Figur ist.
00:33:11: Die ist in dieser Werbeagentur Und man muss sagen dass die ist anscheinend wirklich gut in diesem Job.
00:33:18: Da werden uns Dialogevorme vorgegeben, die tatsächlich nicht nur sagen sondern zeigen dass sie gut in ihrem Job ist auch besser als andere.
00:33:24: Dass sie sich in diese Konsumwelt, in diese Uneigentlichkeiten, diese manipulative Sprache sehr sehr gut rein denken kann.
00:33:33: und dennoch oder vielleicht doch gerade deswegen bei diesen ganzen Influencer-Partys hat Samara nur Verachtung für diesen Beruf und distanziert sich immer wieder davon denn she is not like the other girls Werdergras.
00:33:48: Und sie distanziert sich davon, weil das halt so ein konventioneller schriftstellerischer Narrativakniff ist, weil wir mit dieser Hauptfigur immer noch mit fühlen müssen, weil sie uns sympathisch sein muss.
00:34:01: aber gleichzeitig ist da überhaupt keine Substanz.
00:34:03: Sie sehen irgendeinerweise von den Menschen um sie herum unterscheidet wenn sie darüber nachdenkt ob irgendjemand Interessen oder Leidenschaften hat.
00:34:12: Samara du hast auch Lehrstelle in einer Karolinovalbuch und so, ja man musste sich auch mit Ida irgendwie identifizieren können um dieser Fantasie mit dem irgendwie psychisch angeschlagen wunderschönen DJ nachhängen zu können.
00:34:29: Man musste sich mit Tilda live intensivieren können aber hier ist halt gar nichts!
00:34:35: Und das fällt umso mehr auf... ausgerechnet die Werbewelt Ja, das wo sie am besten hineinpasst.
00:34:42: Da wo sie überhaupt irgendwie Agency beweist was sie den Rest des Buches dann nicht mehr tut weil ihr ja nur noch Sachen passieren Ausgerechnet da sagt sie nie ich bin so gut dafür.
00:34:54: Aber auch in der Werbewelt wird sie doch schon als Hochstablerin vom Text entlarvt Weil sie ist ja nicht gut in diesem Job weil Sie Leidenschaft hast?
00:35:02: Ja es ist
00:35:03: für das Verben sondern wie du mir schon gesagt hast Maria aus Verachtung Alle diese Sätze die sie im Marketing sagt wenn es heißt nein wir müssen mit den Mendels für Influencern zusammen.
00:35:13: Das macht man eine Frage an euch, die stammt ja nicht aus einer enteckeren Haltung des Berufes gegenüber um zu sagen solchen wird das nicht tun sondern um das Gegenteil von dem zu sagen was die fast andere Kollegen tut oder?
00:35:31: Ja, ich würde sagen wenn so viel bemängelt wird dass es letztlich eine sehr kindliche Sprache ist derer sich Karoval hier bedient.
00:35:40: Da muss man vielleicht auch sagen diesem Roman zufolge ist hier ganz offensichtlich zwischen achtzehn Monaten und fünf Jahren denn sie ist ja offenkundig in der Trotzphase.
00:35:49: Man hat das Gefühl Sie sind jeder hinsicht politisch eigentlich immer auf der Gegenseite.
00:35:54: Sie entfällt sich in der Pedanterie, ich meine sie schreibt auch an einer Passage Samara in den Mund.
00:36:01: Ich bige dann doch noch einmal links ab weil die meisten rechts abbiegen.
00:36:05: das ist ein Individualismus der eigentlich nicht irgendwie einen Kern hat nicht ein Ziel sondern denn nur so ein Gegenläufer-Tum mit Eigengewicht präsentiert.
00:36:15: man möchte anders sein nimmt das Versprechen, diese Gesellschaft anders zu sein und sagt aber ich möchte anders als das Andersartige, dass sie angeboten wird.
00:36:24: Und das heißt Ich falle in so bestimmte sehr tradierte sehr traditionelle Rollen zurück.
00:36:29: Und ich glaube dieser Trotz zieht sich durch alles und ich glaube diese Werbewelt die wir sehen Die muss vor allen Dingen dann auch gar nicht mehr kritisiert werden oder beschrieben werden, oder irgendwas.
00:36:39: Denn die ist internalisiert!
00:36:41: Also man verbringt hier so viel Zeit mit reinem Konsum... Man trinkt die Müllermilche eigentlich genau wie das Auto gerade das Benzin verbrennt?
00:36:49: Man treibt genauer gesagt gleichermaßen dann irgendwie Richtung Süden und ich glaube dass es noch viel stärker die Influencer-Welt als das was vorher parodiert wird.
00:37:00: denn es geht ja um Authentizität.
00:37:02: Es geht ja darum, dass man etwas verkörpert und ich glaube es geht viel um diese Feststellung von ja so einer postmodernen Ironie das gerade das ironische Spielen, das eine Rolle annehmen die authentische Daseinsform der Gegenwart ist Und ich glaube das erleben wir am anderen Ende wenn sie dann unten angekommen ist.
00:37:23: all diese Menschen sind viel echter weil sie halt einfach nicht glauben, irgendwie in diese Rolle sich drängen lassen zu müssen.
00:37:31: Sondern weil Sie halt gegen das sind was alle anderen tun gegen den Moralismus und das ist dann entweder selbst also ich glaube schon dass es in dieser Hinsicht ein reaktionärer Romanis war dieser trotz zurückfühlt Weil der sagt wir müssen eigentlich von all dem was Selbstreflexion selbst Bespielung Und selbst Betrachtung und Therapie vor allen Dingen um.
00:37:49: Also die sagt ja an einer Stelle explizit Ich glaube auch noch einer von diesen provoktiven setzen Dass sie glücklich ist dass sie niemals therapiert machen wird.
00:37:55: Und ich glaube, das passt ganz gut in das was das Berlin und wenn das das St.
00:38:00: Moritz Bild...
00:38:00: Ja!
00:38:01: Ich meine, Berlin und alles was in Berlin passiert, alles was ihn irgendeiner Art und Weise als Woke gesehen werden könnte als irgendwie sozial progressiv, als irgendwie reflektierend, wird immer so kudiert dass es unaufrechtlich ist.
00:38:15: So die fucking vegane Mitbewohnerin, eine Sabine, die Chefin, die nicht weiß was ein POC
00:38:23: Der Dead-Influencer will eigentlich kein Fahrrad mehr fahren, sondern ein tolles Auto und keine Ahnung ist es glaube ich auch so'n bisschen das was Leute jetzt über Osempic sagen oder all diese Curvy Models wollten doch nur schlank sein.
00:38:35: Also ich glaub die konservative Diagnose von allen linksliberalen Positionen ist... Das
00:38:41: ist halt auch so.
00:38:42: ein zu spät gekommenes Dime Square der von einer die nie gute Freunde hatte.
00:38:51: Und die Frage ist für mich Diese Hochstablerei, die ihr zugeschrieben wird.
00:38:56: Ist sie irgendwie ein Echo?
00:38:57: Ist diese eine Fortsetzung dieser Heuchelei in Berlin herrscht?
00:39:00: Ist sie ein Gegenstück dazu?
00:39:03: Ist es ein kollektiver Zustand?
00:39:06: Ist das die Kondizio Humana?
00:39:07: Was machen wir mit diesen verschiedenen Formen von vorgeschützten Identitäten... Das ist
00:39:12: so wenig da davon!
00:39:14: Also ich habe nicht wirklich eine Transformation bei Samara erlebt.
00:39:20: Sie lässt sich irgendwie mitschleifen, das was sie sich überlegt sind halt irgendwie... irgendwelche Einsatzpartylügen.
00:39:27: Und wenn irgendein satirisches Potenzial darin besteht, ist das dieses Nichts an Personen was Samara isst so bereitwillig mit Wert aufgefüllt wird weil es ein Gefäß ist bei dem man irgendwie spekulieren kann wie halt auf den Korn.
00:39:44: Sie kriegt den Karol Nevalpony?
00:39:45: Das ist natürlich so... Also unterschätzt
00:39:46: du das.
00:39:47: ich glaube sie färbt sich die Haare
00:39:48: und Pony, dass wir jetzt hier
00:39:49: nicht ausgeschlagen werden.
00:39:50: Das ist ja unten Pony!
00:39:55: Aber Finn, was meinst du?
00:39:56: Wie gehst du mit diesen verschiedenen Formen von Hochstapler?
00:39:59: und weil ich hatte auch das Gefühl... Ich war ein bisschen irritiert davon.
00:40:02: Das ist als so großer Hochstapler Roman, als Felix Krull wie irgendwie alle Föhrtunisten sich wirklich erblötet haben zu schreiben beschrieben worden.
00:40:10: Weil
00:40:10: sie es auch in den Roman reingeschrieben hat.
00:40:11: Ja,
00:40:12: weil die es auch erwähnt in einer Passage.
00:40:14: Ja aber sie verwandelt sich ja gar nicht so stark und zu sagen, ich bin jetzt Künstlerin ist ja nicht falsch also...
00:40:20: Ja literally!
00:40:22: Sie macht ja die Fotos
00:40:25: So, warum ist die Hochstaplerin wenn der Liberalismus den sie predigt eigentlich allen den Selbstentwurf ermöglicht?
00:40:31: Also ich fand das irgendwie komisch dass das so angepriesen worden ist oder Dass es in den Beschreibungen so betont worden ist und dass sie dann am Ende auch in Anführungszeichen überführt worden ist.
00:40:41: So worin liegt der Betrug von Samara?
00:40:45: Der Betruch ist dass sie keine berühmte Künstlerin ist.
00:40:49: Ja genau
00:40:50: kein gutes Spekulationsobjekt.
00:40:52: na aber jetzt sind wir ehrlich Es ist doch, es drängt sich doch geradehin auf das Autobiografisch zu lesen.
00:40:58: Oder dass die Reaktion von Caroline Waal auf die Fertunisten und die Podcasterinnen wie uns hier, die vielleicht ein bisschen skeptischer waren dann einfach schreibt so Ja!
00:41:09: Dann bin ich halt ne... Betrügerin, ja.
00:41:11: Dann ist das halt einfach vorgetauscht.
00:41:13: aber es kommt doch aus mir und ich fühle mich wohl in dieser Position am Schreibtisch und der Position des Beobachtens also gerade diese Passagen wo dann diese Ausstellung gegen Ende von Samara vorbereitet wird.
00:41:25: Da dachte ich hier schreibt schon doch relativ unmittelbar eine Autorin über die Erfahrung des Schreibens irgendwie gerade wenn sie über das Beobachten und von außen auf die Menschheit blicken beschreibt und das ist eigentlich auch ne logische Fortsetzung was wir von dem, was im Vor-Roman noch diese Hinwendung zum Musik irgendwie war.
00:41:46: Weil es ist beides ein sehr dünner Subtext.
00:41:49: also es gibt glaube ich bei Forty Eight Books einen Text darüber dass all die Sachen die sie mit der Leica macht keinerlei Sinn ergeben.
00:41:55: Also man kann ihn nicht einfach dahin bringen und fast entwickeln Und man guckt da auch jetzt nicht durch die Linse sondern man guckt durch den Sucher und so.
00:42:03: Das ist ja relativ offenkundig etwas das draufgesetzt worden ist.
00:42:06: Und mein Gefühl war schon, es ist auch der Versuch hier dann insgesamt mit der eigenen Position als Autorin irgendwie umzugehen.
00:42:13: Was meint ihr mit dieser Lesart?
00:42:16: Ich finde sie eigentlich ein bisschen zu naheliegend, um sie komplett unterschreiben zu wollen weil das ist ja auch kein Subtext.
00:42:24: Da schreibt dieser Text schon an, dass Samara irgendwie eine Spokes-Rolle für Karoline Waal ist.
00:42:30: Weil wie gesagt man gibt ihr den Pony und lässt sie ein ähnliches Auto fahren.
00:42:34: Man legt Samara ähnliche Sätze in den Mund wie Waal wenn es um Autos geht.
00:42:38: Dass ich eigentlich diesen schnellen Kurzschluss an der Gleichung gar nicht ziehen möchte.
00:42:41: aber ich glaube man muss das einfach!
00:42:43: Es gibt in diesem Roman keinen Subtext.
00:42:45: Es gibt keine zweite Ebene.
00:42:47: Das ist alles genauso wie's is'.
00:42:50: Ich finde, das wird ja auch sprachlich eigentlich immer abgebildet.
00:42:52: So eine Gleichsetzung von innen und außen weil wir haben wie schon in vorherigen Büchern ganz oft dass unsere Protagonistin etwas denkt und dann genau das gleiche sagt.
00:43:02: Das ist ihr Lieblingsgag!
00:43:04: Einmal wird sie dafür outgekaut weil sie das betrunken macht.
00:43:07: Ja und vielleicht müssen wir das allgemein so benutzen, um ein bisschen über die Sprache noch zu reden.
00:43:12: Wir haben es hier unter angedeutet Kindersprach und so.
00:43:15: aber diese Gleichsetzung von innen außen also dieses Abweisen fast von Doppeldeutigkeit Also dass ist ja doch auch sehr nah an dieser These, die hier und da dann geäußert wird.
00:43:26: So wenn der Autor schreibt Der Vorhang ist blau Dann Ist der vorhin halt Blaupunkt?
00:43:33: Wenn wir am Anfang den Gag von der Titanic über Erdbeereis und Inrent hatten, im Inrentian Objektivismus ist ja A gleich A. Und das ist irgendwie ein ganz wichtiges Thema!
00:43:43: Ist hier auch einfach A gleich a?
00:43:45: Ist es der Versuch eine objektive Welt irgendwie zu schildern?
00:43:50: Okay gegen wen wendet sich Samara Milankundera?
00:43:54: Ja das passt ja eigentlich ganz gut dann.
00:43:56: Weil sie mag keine Bitte die Scheiße enden und schwierig sind.
00:44:01: Ja, und sie mis versteht den Roman die unerzückliche Leichtigkeit des Science anscheinend auch komplett.
00:44:07: Also es mag jetzt eine persönliche Beobachtung sein aber... Der Kundera Roman wir haben ihn auch als vergleichsmaterial ran gezogen in der die assistenten folge.
00:44:15: das ist ja auch ein roman der seine eigene entstehung mit begleitet also wo sich kundere als autor immer mehr wieder zu wort meldet und uns so reflektierende passagen einwand warum tomasch und teresa gerade so handeln wie sie eigentlich handeln und welche bedeutungen diese verschiedenen sachen alle haben.
00:44:30: er vermischt es damit noch mal.
00:44:31: persönlichen schreib philosophie.
00:44:34: Ich fand doch jetzt sehr interessant, dass die Leichtigkeit des Seins hier auf einen bloßen Liebesromahnen darunter gedampft wird.
00:44:40: Also vielleicht ist Ninzeneunundneunzig einfach der... ...die verschriftlichte Form des Satzes Inhalte is over.
00:44:53: Was gibt es denn noch außer diesen Redundanzen?
00:44:55: Diesem ewig erzählten
00:44:57: Witz?!
00:44:57: Ich meine, es gibt darüber hinaus natürlich noch allgemein viel Wiederholung!
00:45:02: Es gibt Alltagssprache, eine Sprache die in manchen Kritiken wurde es verglichen mit so Textmessages oder so irgendwie WhatsApp Nachrichten, die man schickt.
00:45:11: Oder so Sprachnachrichten, wie man raus hat, so ne Unmittelbekeit.
00:45:15: aber dazwischen gibt's ja auch den Versuch eine Innerlichkeit zumindest hier und da einzufangen Denn es gibt ja Panikattacken oder Depressionen die verkörpert worden von... Und das ist ja nun ein schon doch sehr originelles Sprachbild von Dunklen Wolken.
00:45:32: Und das habe ich hier und da gelesen, es war vielleicht an sich glaube Zelda Biller hat das geschrieben.
00:45:36: Das wäre so ein bisschen poetry slammäßig aber das lebt ja auch vor allem von Wiederholung von Intensivierung von der Druck steigt weiter die Wolken ziehen auf.
00:45:44: wie geht ihr denn damit um?
00:45:45: also dass sie dann doch noch so ein bischen Verletzlichkeit und Schmerz in Form dieser Depression ist Aber die verschwindet sobald man unterreichen ist wenn man ehrlich ist.
00:45:54: oder
00:45:55: Ja, ja.
00:45:56: Oh mein Gott!
00:45:57: Also das ist alles der Dinge die für mich nur irgendwie nutzbar sind wenn man den Roman als Markenverwaltung und Selbstreferenz liest.
00:46:07: Man hatte ja schon psychisch angeschlagene Protagonistinnen meistens... Immer in Karolinen war es Roman und es gab in die sogenannte Gegenwart eigentlich den ganz schönen Satz, dass der Appeal von sowas wie Windstärke siebzehn oder zwanzig Bahnen.
00:46:22: Sowas ist das die Protagonisten so nicht austherapiert oder unterrapiert sind, so tumblermäßig.
00:46:28: Und er ist also ... Die bestmögliche oder die liebstmöglicher Art, also die schmerchelhafte Start, was zu lesen ist eine Stanz von Selbstparodie.
00:46:41: So diese dunklen Wolken, das ist halt irgendwie so ein brutal unpersönliches Bild mit dem halt wirklich kaum jemand relating kann.
00:46:49: Weil sich die Zustandsbeschreibung von diesen psychischen Ausnahmezuständen in der Literatur auch in der Unterhaltungsliteratur ja gerade daraus speist dass es irgendwie eigen ist, dass Leute das wirklich nachfühlen können und das wird hier komplett verweigert.
00:47:05: Das sind eigentlich fucking dunkle Wolken sie drücken und drücken.
00:47:09: Und wenn Karoline Waal sich selbst parodiert und genau das halt irgendwie so eine Einfachung signalisiert, ja okay hier ist mal wieder ne psychisch angeschlagene Protagonistin aber ich gebe euch nichts.
00:47:22: Dann kann ich dahinter in der Absicht lesen weil die Alternative halt wäre dass dann da hinter keine Absicht steckt sondern einfach nur unvermögen ist.
00:47:28: Aber
00:47:29: ich meine... Es gibt ja halt ein paar Momente, wo die Tragödie von früher zu fars verwandelt wurden.
00:47:35: Da musste ich tatsächlich auch so ein bisschen lachen, weil zum Beispiel die Assistentin ist hier ein Roman der in dieser DG-Sexistizierter, der so zwanzig Bahnen und sehr windstärke siebzehn können nicht existiert haben.
00:47:49: aber lustigerweise war Karolina dann nur mit der Assistenting berühmt geworden.
00:47:55: Und Samara liest also
00:47:56: einen normalen... Kannst du jetzt das historische
00:47:59: Szenario sein?
00:47:59: Und Samara liest also diesen Roman.
00:48:01: Da gibt es diese klimaktische Szene, wo die Protagonistin daraus halt wirklich eine Panikattack hat und zusammenbricht wegen des Drucks bei ihrem Beruf, wer so wirklich komplett als Klebex, als Emotional-Gemax gespielt ist.
00:48:13: Die Protagonisten in ihrer Balienzeit liest das, sagt einfach genau so dass alles ihre Hausärztin und holt sich dadurch irgendwie so zwei Wochen freie Krankschreibung.
00:48:26: Eine der Identitäten, die sie annimmt um sich aus der Arbeit rauszuschummeln ist die tatsächlich malade Protagonisten von früher.
00:48:34: Und das finde ich andererseits witzig, andererseits finde ich es fucking beleidigend und habe keinen Bock darauf weil sie einzige Art und Weise wie man diesen Roman irgendetwas abgewinnen kann Die ist dass man sich für Karoline Waal als Person interessiert Dass man nun dann Karoline Wal Derangement Syndrome hat und ich hab kein Bock mehr drauf Ich will nicht, dass man das Carolin Walfur auslässt.
00:48:57: Dass ich mich für sie interessiere als Leserin.
00:49:01: Finn, es klingt ja so ein bisschen wie eine gescheiterte Textzeile von einem Song von dem Grafen voll unheilig oder von Santiago und so was... Wie bist du denn mit diesen dunklen aufziehenden Wolken umgegangen?
00:49:15: Für mich ragen sich vor allem sehr schräg in den Romanern!
00:49:20: keinen Unterschied machen, wenn sie nicht da wären.
00:49:23: Weil die Unzufriedenheit mit Berlin, die könnten wir auch so verstehen oder?
00:49:30: Ja eigentlich schon ist es wirklich alles sehr, sehr bizarr in diesem Roman.
00:49:34: Ich möchte das Flatten dann nutzen und noch mal ein bisschen wieder auf die Provokation überzuleiten weil ich finde wir müssen kurz die Irene Nemirovsky Passage nochmal erwähnen.
00:49:45: sind ja total viele Sachen drin.
00:49:47: Maria hat schon das Pipi-Machen angesprochen, oder die ewigen Wiederholung.
00:49:51: Das sind eigentlich Dinge mit denen sollten wir uns nicht beschäftigungen müssen.
00:49:54: Das sind einfach so Sätze, die halt eigentlich in einem Vektorad rausgestrichen gehören genauso auch wie eben diese, denke ich mal bewusst auch schon vor Veröffentlichung des romans gestolte Passagen um Nemirovski.
00:50:05: und es ist natürlich super einfach als das bloße Getrolle zu lesen was es ist.
00:50:10: aber ich finde es so geschmack... deswegen sollte man da nicht übersprechen müssen wie man den Mobile in der Schule auch eigentlich damit außer Kraft setzt, dass man ihn nicht mehr beachtet.
00:50:18: Aber das geht für mich so in eine geschmacklose Richtung, daß man es einfach mal wieder outcalling muss.
00:50:23: Also einen ... Den Tod und Ausschwitz damit gleichzusetzen, dass sich wenigstens nicht sorgen musste kein Datenvolumen gehabt zu haben.
00:50:31: Hm!
00:50:32: Ja, das kann
00:50:33: man... Wer uns das hat ihr Lebensinn gemacht, weint's
00:50:35: nicht?
00:50:37: Wie gesagt.
00:50:38: Wenn man jetzt in einer anderen Situation, vielleicht eine anderen für tunistischen Diskurslogik, dann könnte man das vielleicht auch unmittelbar angreifen?
00:50:45: So habe ich das Gefühl alle trauen sich nicht weil sie Angst haben irgendwas auf den Leim zu gehen, weil Sie das Gefühl haben vielleicht auch gegen das eigentlich doch lockere Pop-Phenomen irgendwie mit so etwas Schwerem anzukommen.
00:50:58: also Ich weiß auch nicht!
00:51:00: Ich hab das Gefühl die Leute fürchten sich auch ein bisschen zu sagen da hat sie sich verhoben.
00:51:06: oder dieser Barfhaus, also dieses nebeneinander vom ganz hohen und ganz niedrigen.
00:51:11: Der ist da auch an keinster Weise interessant und clever eingesetzt Weiß nicht, wenn da eine Figur wäre die genug Identität hat um das in sich zu tragen.
00:51:20: Wenn hier eine Figuru wäre die irgendwas hätte dass wir sie differenzieren können von der Autorin und ich will damit nicht sagen Sie sind gleichzusetzen nein aber Ich habe schon auch das Gefühl diese figur ist für mich viel zu transparent Um wirklich irgendeine literarische entscheidung so richtig ihr anzulasten.
00:51:36: also alles was ich mit dieser figure machen will fällt sie durch.
00:51:40: sie durchsiehst du ein geist irgendwie
00:51:42: Ja.
00:51:43: Und deswegen muss man diese Passagen halt auch kritisieren, weil was wir noch gar nicht erwähnt haben dieser Roman möchte desperately Fasaland für die zwei tausend zwanzig Jahre sein.
00:51:51: Sie erwähnen
00:51:52: Faserland natürlich auch?
00:51:53: Es wird
00:51:53: sogar mittendrin erwähnd... Man würde es ja auch sonst nicht verstehen!
00:52:00: Ich bin jetzt genau wie der Protagonist in Fasaland und ich möchte vielleicht auch nach Zürich und ich mache jetzt auch eine Deutschlandreise und auch die Figur in Faserlands sagt Höchst grenzwertige Dinge, tut höchstgrenzwertigere Dinge.
00:52:13: Aber bei Kracht gibt es halt noch so eine Zwischenebene in dem Text da drin die uns als Leserinnen ermöglicht sich mit dieser Figur auseinanderzusetzen und sie für uns zu entlarven weil wir gezwungen sind diese Figur einfach zuzuhören.
00:52:27: Und bei Wahl ist das merkwürdige dass das ironisieren Und das Ernst meint immer nebeneinander liegt und sich ständig selber austariert.
00:52:37: Und man deswegen auch überhaupt nicht weiß, wie man als Leser-Leserin zu diesem Roman stehen soll!
00:52:43: Ob das jetzt einfach mal Spokes Novel ist, dass sie jetzt genutzt hat um einfach mal ihre Talking Points zu machen.
00:52:49: Ob es eine Satire sein soll auf eine Welt in der es keine Inhalte mehr gibt und in der auch niemanden mehr an einer Diskussion oder einem Gespräch interessiert ist.
00:52:58: Denn der Sinn dieser Wiederholung ist ja vor allem, dass Samara verstanden hat Dass heutzutage niemand mehr ein Gespräch führen möchte Sondern einfach das hören möchte was er gerade schon gesagt hat.
00:53:07: Das sind, so funktionieren ja die meisten Dialoge.
00:53:10: da sagt jemand zu ihr A du studierst bestimmt Medizin und sie sagt Ja genau ich studiere Medizin!
00:53:15: Und da könnte man ja sicherlich auch etwas macht draus machen sodass ich sehe einen Hochstabler ein Satir-Roman der sich vielleicht genau damit beschäftigt.
00:53:23: Wer sowas in der Art lesen möchte, liest vielleicht Hassel von Julia Bär.
00:53:26: Den habe ich in unserer letzten die besten Bücher des Jahresfolge empfohlen.
00:53:30: Also wer einen Roman über eine weibliche Hochstaplerin oder über einer Grifterin lesen möchtet, der tatsächlich auch ökonomische Fragen und gesellschaftliche Fragen stellt Der greift vielleicht lieber daher.
00:53:40: Was Walje macht ist ein leeres Abbild.
00:53:44: Der Roman gefällt mir immer weniger, je mehr ich drüber rede.
00:53:46: Ich hab im Vorgespräch noch gesagt... ...ich schwanke so hin und her weil manche Passagen haben mir doch gefallen und jetzt überlege ich welche Passagen wir eigentlich gefallen haben!
00:53:54: Ich
00:53:54: habe mich bei dem Faserland-Vergleich gefragt.
00:53:56: hier geht es ja auch um Mode aber sie ist sehr viel weniger ein ästhetisches Phänomen sondern sie ist einfach einen Aufzählen von Namen Und an jeder Ebene scheint mir sie eine Vorstufe von sowas wie den Pfaserland Protagonisten zu sein zum Beispiel auch Einfach immer verminderte Varianten vor dessen Problem, weil... Wenn wir uns erinnern, der Faserland-Protagonist verbringt erstaunlich viel Zeit damit sich einzuscheißen und einzupissen.
00:54:23: Das ist in der Wiederwertigkeit der Figur schon relativ wichtig!
00:54:27: Während Samara die ganze Zeit Bauchschmerzen bekommen davon dass sie zuviel Eistkakao trinkt oder sowas... Also ihr eist Koko-Konsum, der sorgt oder die milde Eis... Keine Ahnung Sie nimmt ja immer die Eisvarianten von irgendwelchen Produkten so.
00:54:41: Sie kommt dann immer mit so'n bisschen Magengrummeln da weg.
00:54:43: aber das is dann irgendwie auch schon all Und ich habe das Gefühl, dass es auch bezeichnend ist.
00:54:47: Wir wären bei Kraft zumindest die Sorgen, die Ängste und die Grausamkeit der Gewalt der Welt irgendwie sich bahnen.
00:54:54: bricht bleibt sie hier immer so als Magenschmerzen.
00:54:57: Das sind die selben Magenschmärzen mit den Grünen jemanden in den Krieg schicken oder sowas.
00:55:02: Irgendwie ist das eine Grundskepsis gegenüber dem Ding.
00:55:07: Es ist komisch, weil es möchte die ganze Zeit provozieren und transgressiv sein.
00:55:12: Es wird die ganze zeit betont wenn man über Grenzen geht und die Grenzgänge werden ja auch irgendwie so herausgehoben.
00:55:17: aber man geht nicht über die Grenze, man hat irgendwie doch Angst.
00:55:20: also wie wir schon bei den Dime Squares gesagt haben ich glaube uns... Drei, ich möchte jetzt nicht zu sehr für euch einfach sprechen.
00:55:26: Aber mich nervt das wenn Leute so Tendenzen haben Wenn Leute mit irgendwas schocken und provozieren wollen dass die nicht durchziehen.
00:55:34: Also ist es alles immer so zurückgehalten.
00:55:36: Es fühlt sich so feige an.
00:55:38: Man möchte schon irgendwie schockten man möchte über den Holocaust reden aber man möchte auch gleichzeitig doch keimen auf die Füße treten.
00:55:44: also eine komische Mischung von Schock- und Feigheit Durchzieht große Teile der Gegenwart literatur und Ich weiß nicht damit so richtig umzugehen.
00:55:53: Ja, und deswegen funktioniert
00:55:54: das halt.
00:55:56: Entschuldigung, da können wir einen sehr schönen Zirkus- schlussjahr wieder zu zweiundzwanzig Bahns.
00:56:00: In dieses Phänomen hat sich das schon angebahnt.
00:56:02: Falls du euch erinnert in dem Kapitel wo ihre Freundin wieder zurück in diese Stadt kommt und man auf den Rave geht... Da äußert sich Tilda sehr sehr abfällig über die Berliner Leute, die ihr mit zu Besuch gekommen sind.
00:56:12: Da sagt sie so was wie ah das ist ja nett dass wir jetzt auch mal ein bisschen KitKat in die Heimat bekommen.
00:56:17: Gefolgt von dem Satz ach das war jetzt auch ein bisschen gemein ich sollte die leute doch vielleicht erstmal kennenlernen.
00:56:26: Aber finde ich glaube deswegen ist das so, dass es irgendwie auf einer Ebene nicht funktioniert.
00:56:31: Nicht als Seiziere oder irgendetwas anderes.
00:56:33: Deswegen sticht auch dieser Irene Nimirovsky-Referenz da auch so hart raus, dass er wirklich unangenehm ist weil es halt keinen Rahmen dafür gibt wenn man das mit Faserland vergleicht und der Wiederwertigkeit und der Abglündlichkeit dieser Figuren in dieser Welt die sind ja gegeben sie werden da ja konstruiert, sodass man sie als Leser nicht einfach voraussetzt sondern auch mitbeobachtet.
00:56:59: Aber der Text ist nicht offensive weil er zu edgy ist, sondern er ist offensive weil es zu harmlos ist.
00:57:09: Weil es da wirklich so eine Scheu gibt, wirkliche Probleme oder Scheitern oder Kacke zu beschreiben oder Sex oder Gewalt oder
00:57:21: in irgendeiner
00:57:22: Weise...
00:57:22: Es ist als würde Patrick Bateman den Leuten Beinchen stellen oder so irgendwie.
00:57:26: Als würde er den so gegen die Nase schnipsen, statt halt irgendwie die Schädel zu ficken oder was in American Psycho passiert?
00:57:34: Ja das schlimmste was passieren kann ist nicht schlimm!
00:57:38: Dieser Mantra-artig wiederholte Satz, der einerseits für Samara gilt andererseits für den ganzen Roman so.
00:57:46: Es kann keine Seitiere sein auf dem er so wenig ernst gemeint ist halt auch isst und weil die einzigen Pointen, die hier wirklich gemacht werden auf irgendwessens kosten sie vielleicht auch so ein bisschen irgendjemandem tun werden könnten.
00:57:59: es wenn Karoli Neval auf sich selbst zeigt oder sich selbst kneift.
00:58:03: Das Schlimmste, was passieren kann ist nicht schlimm.
00:58:06: Ist sicher auch ein gutes Motto mit dem man auf so etwas wie die Sachsen-Anhaltwahl blicken kann oder sowas.
00:58:10: Was ich mein das stimmt wahrscheinlich für Karoline Waal sogar!
00:58:14: Was soll denn noch passieren?
00:58:15: Ja aber da draußen gibt es Menschen, die vielleicht nicht exakt ihre Position haben und ich weiß das auch nicht.
00:58:22: ob ich das für mich jetzt unterstreichen würde irgendwie... Ich halte das für naiv und ich verstehe diesen Gehst du's, dieses Ritual?
00:58:31: Also ich finde es hat hier ja auch oft so was Ratgeberbuchmäßiges oder so.
00:58:36: Lass deine Ängste los, Chaka!
00:58:38: Du schaffst das irgendwie... Aber ich weiß jetzt nicht mit dieser Art von Selbsthilfe-Literatur viel anzufangen in dem Moment.
00:58:45: Also, vielleicht... Ich habe noch zwei Sachen die ich euch fragen wollte!
00:58:48: Wie geht ihr mit der permanenten Betonung der Gefahrlosigkeit um?
00:58:54: Das ist auch so ein bisschen die Pop-Songlogik oder einfach einsteigen wegfahren In die Freiheit zu.
00:58:59: Casper singt auf und da vorne irgendwie Und dann fährt man halt wirklich irgendwie in das Musikvideo Dann ist alles gut.
00:59:06: Wie ging es euch damit mit diesem komischen sich selbst Hochhypen irgendwie.
00:59:14: Ich hab das Gefühl, es ist so ein bisschen der Versuch halt, cozy Literature zu schreiben.
00:59:18: also auch wieder alle Provokation allen ich möchte nicht Anspruch sagen aber alle Hürden aus einer Lectüre rauszunehmen weil wie sie ja selber sagt im Text bei Kundera das endet blöd.
00:59:30: also der Roman hat ein schlechtes Ende.
00:59:32: das mag man nicht.
00:59:34: Man macht hier casual reading praktisch.
00:59:36: Also so lesen aber ohne alles was zur Literatur eigentlich dazugehört
00:59:41: Das tut nicht weh.
00:59:42: und wenn da nicht euch ist glaube ich auch so ein Motto, dass man ganz glückbar Caroline Wahl schreiben kann.
00:59:47: Eins noch hier werden ja noch mehr Menschen vielleicht auch Menschenmarken irgendwie genannt.
00:59:53: also neben Prada und sowas haben wir Zum einen Leute aus der Influencer-Blase, die so ein bisschen als Kulisse dienen.
01:00:01: Aber die auch schon vorher angedeutet wurden.
01:00:04: Jule Lobo, Julia Knörnschild, Marinassemann, Karsten Maschmeyer, Veronica Ferris, Sophie Passmann, Caro Dauer, Patti Walpatty, Aurel Merz... Was habt ihr mit denen gemacht?
01:00:18: Gleichzeitig werden Autoren wie Caleb Erdmann und Timon Stahl, Khaled Tayas genannt irgendwie ... Diese Aufzählung von Menschen sind ja einfach Staffage, was habt ihr mit denen gemacht denn?
01:00:31: Also ich glaube, dass die Passagen in denen die befreundeten Autoren und Autorinnen genannten werden.
01:00:36: Gerade Khaled Erdmann weil auf seinem Roman die Ausweichschule brannt ja auch sehr dick und fette einen Kabel über als Zitat.
01:00:42: Ich glaube das ist tatsächlich so... ich schreibe meine Freundin den Roman rein.
01:00:46: Passagen davon gab es ja auch schon in der Assistenten.
01:00:49: also wo's dann eben auch hieß Stuckrad Barris echt ein cooler Typ.
01:00:52: Hier wird ein Kunstwerk noch Wach genannt, Zwinkerzwonker.
01:00:55: Ist
01:00:55: das einfach Werbung?
01:00:57: Ist das Einfach der Versuch zu sagen Lest das auch mal Weil diese Sachen werden ja von der Figur natürlich irgendwie so ambivalent bestraft.
01:01:04: Ja, das gefällt die Figur ja nicht!
01:01:07: Aber ich meine reicht es erwähnen nicht?
01:01:08: Also ich mein im Influencer Bereich erwähnt man ja auch Sachen auch einfach und dann je nach Figur ist es auch hoch.
01:01:14: reicht das auch manchmal?
01:01:17: Das mag sicherlich sein.
01:01:18: Vielleicht hat sie den Roman geschrieben, bevor Erdmann für die Auswahlschule mit dem deutschen Literaturpreis nominiert war und dachte ich muss ihn mal ein bisschen pushen mit seinem ersten Roman.
01:01:27: Deswegen läuft vielleicht dieser Satz jetzt ein bisschen ins Leere weil ich glaube erdmann nicht mehr die unbekannte Figur ist dir vielleicht zur Schreibzeit des Romans war Die Influencerinnen.
01:01:36: die passen natürlich komplett in diese Ja, Blasen-Logik des Berliner Teils.
01:01:42: Also bei dieser Influencerin mit denen wird ja auch nicht freundlich umgegangen.
01:01:45: Die werden uns gezeigt als das sind Staffagen und das sind Fähnchen im Wind.
01:01:51: Das ist halt so viel.
01:01:52: Passwort erzählt irgendwas.
01:01:53: Dann holt man sich Aurel Merz dran weil der hat so ein schickes Image.
01:01:57: Das ist glaube ich auch wieder der Versuch von dieser cleveren Mediensortiere die Wahl hier durchzieht.
01:02:03: Ich glaube dieses Name-Dropping, was bei anderen AutorInnen wie zum Beispiel David Foster Wallace oder Jim Borges das dann mehr für Stolpern sorgt soll hier genau den anderen Effekt hervorbringt, nämlich dass das unsere Realität ähnlicher wird.
01:02:23: Dass irgendwie das Medium ... Das Literatur als Medium verschwindet.
01:02:28: Dass man das wirklich komplett als Folie auf die Realität legen kann.
01:02:31: Dass zwischen keinem Unterschied mehr merkt was dann wiederum die fragwürdigen oder kitschige oder dämlichen Inhalte noch mehr transportiert.
01:02:40: Wenn man hier irgendwelche erfundene Namen gehabt hätte Dann wäre das literarischer wäre das einfach artificieller gewesen, indem es diese Widerstände wegbricht.
01:02:52: Es steht auch sprachlich auf ästhetischer Ebene eine Cosiness durch, dass sie wiedererkennen.
01:02:57: Das ist ein Fingerzeug wie es Sømda Vistensos bei Marvel gibt.
01:02:59: Ah okay Aurel Merz klar Karo Dauer habe ich gehört The Last of Us.
01:03:04: Also das ist so ein gewisses Cozy auch konsumeristisches Referenzsystem.
01:03:09: und also ich glaube das ist auf formaler Ebene halt eben wirklich.
01:03:14: vielleicht wenn es irgendeine äsidischen Hier gab die ästhetische Entscheidung gewesen, das soll so wenig Widerstand bieten wie möglich.
01:03:21: Die Sprache muss verschwinden damit es sich cozy wegließt.
01:03:25: Da darf keine Formulierung sein über die man länger nachdenkt.
01:03:29: Sie in irgendeiner Weise befremdlich ist sie vielleicht in irgentiner Weise originalist.
01:03:33: da darf nichts sein was sich nach aktiven Nachdenken und einer Entscheidung übersprach anfühlt.
01:03:40: Eine Entscheidung für eine fiktive Influencer-Person wäre eine Entscheidung gewesen.
01:03:46: Damit es cozy ist, darf einem Sprache nicht auffallen und bei mir ist Sprache noch nie so aggressiv nicht aufgefallen wie
01:03:56: hier.".
01:03:56: Ja während manche Bücher wirklich Schulen des Lesens sind die uns beibringen sie zu lesen... Ist das ja ein Roman?
01:04:03: Ich glaube nachdem er den gelesen hat weiß man weniger!
01:04:06: Man hat weniger von der Welt und weniger Zugang zu den Dingen.
01:04:10: Und für mich ist auch irgendwie ein Fazit, dass ich dann nachher hatte, das sich irgendwie irritiert war.
01:04:14: Es soll auf irgendeiner Egen um die Komplexität von Identitäten geben.
01:04:18: aber wir werden nur mit Figuren und einer Erzählerin konfrontiert, die nicht mal sowas wirklich Subjektivität hat sondern die eine... In ihrer Selbstverpanzung, in diesem Gefühl mir kann nichts passieren.
01:04:30: Es ist eigentlich nur noch eine die vom Wind getragen wird und ich glaube man muss doch Literatur schon auch hier und da Richtungen geben.
01:04:37: Man muss Sprache in irgendeiner Weise formen.
01:04:40: Man kann nicht einfach eins zu eins das Buch durchlässig für die Gegenwart machen sonst entsteht kein Roman sondern es entsteht wirklich einfach so Ein Ausstellungsgegenstand.
01:04:50: Die Welt fließt widerstandslos durch dieses Buch ohne irgendwie hängen zu bleiben, dieser Roman ist einfach da und egal.
01:04:58: das war mein Gefühl nachher.
01:05:00: also auch wenn ich hier und da dachte oh ich glaube dass es irgendwie schurkenhaft... Das ist ein Heal-Turn!
01:05:07: Das ist der Versuch irgendwie böse und provokant zu sein.
01:05:10: Es hat mich alles nicht betroffen, das ist alles an mir vorbeigeflossen.
01:05:14: Ich habe auch schon wirklich einfach das Gefühl, was soll man zu Caroline Waal wenn sie nicht ihre Tendenz noch weiter in eine Richtung entwickelt?
01:05:21: Wenn Sie nicht nochmal völlig andere Konzepte machen.
01:05:24: Was soll man in Zukunft zu ihr denn noch sagen?
01:05:26: also wir haben schon im Vorfeld darüber gesprochen.
01:05:29: Was meint Ihr?
01:05:30: Lohnt es sich denn wirklich sich in zwölf Monaten nochmal hierhin zu setzen und den nächsten Roman von Caroline Wahlen nochmal zu besprechen?
01:05:38: Nein, ich glaube nicht.
01:05:40: Das können wir vielleicht doch mal versprechen hier an unseren Ruhren machen.
01:05:42: Wir entwickeln uns weiter.
01:05:44: Der fünfte Roman von ihr wird von uns nicht gelesen werden.
01:05:48: Das will ich noch nicht versprechen.
01:05:48: Vielleicht ist er ja interessant.
01:05:50: aber Ich bin erst mal skeptisch, ob sich das für uns wirklich lohnt und ob es nicht einfach dann irgendwann so whack-a-mole wird.
01:05:56: Karoline Waltaucht auf, wir hauen sie wieder runter... ...Karoline waltaucht auch!
01:06:00: Also diese Art von repetitiver endlose Wiederholung die möchte ich dann doch ihrer Prosa überlassen?
01:06:06: Ich habe auch das Gefühl so Karoline wahl ist auch einigermaßen durch mit sich selbst also beim vierten Roman in eine Selbstbarudie verfallen ist so auf einer ähnlichen Schiene wieder Lifetime Achievement Award.
01:06:19: Ich denke auch nicht, dass Karoline Waal uns irgendwie noch sehr viel zu bieten hat was wir irgendwie gewinnt bringen, drauszusseln und rausbringen können.
01:06:30: Die Welt ist durch damit was nicht heißt das sie kein kommerziellen Erfolg mehr haben wird.
01:06:34: aber man hat auch schon am Anfang so ein bisschen im Gespräch gemerkt oder du hast es für ihn angebracht So, die Leute verlieren das Interesse.
01:06:44: Die Leute verliert auch das Interess an den sogenannten Skandalen.
01:06:47: so ich glaube nicht dass es sich noch lohnt irgendwie eine Meinung über Karoline Wahl zu haben.
01:06:53: Ich glaube man ist durch damit.
01:06:56: Na vielleicht geht sie ja auch den Maschmeier Weg und Begegt uns dann ein paar Jahren wieder mit so einer Castingshow in der neuer Autorlinien gesucht werden, oder indem man einen Romanfragment pitchen kann und von einer Experten-Jury die Karoval anflührt gepickt wird.
01:07:11: Also
01:07:11: Privatfernsehen aber Bachmannpreis?
01:07:15: Bisschen was anderes.
01:07:15: Ja!
01:07:17: Hier habt ihr es zuerst gehört bei gelesenen Leute.
01:07:20: Also ich glaube als Literaturfunktionärin wäre sie vielleicht sogar glücklicher denn als Autorin, aber das ist nur reine Vermutung.
01:07:27: Diese Bücher lesen sich nicht als würden Sie Spaß machen auch wenn die Figuren das Gegenteil behaupten.
01:07:33: Gibt es von euch noch irgendwas Abschließendes zu sagen?
01:07:35: Habt ihr noch ein Fazit?
01:07:36: gibt's noch irgendetwas dass an eine stundenlange Diskussion über das Buch angehängt werden muss oder sind wir durch und können uns Neun Zielen, bitte.
01:07:44: Boah!
01:07:44: Ich finde Amaretto Sour ist kein besonders guter Drink.
01:07:47: Der wird mir hier zu sehr über Steasy dafür, dass er okay ist.
01:07:52: aber das mag persönlicher Geschmack sein.
01:07:54: Was fehlt dir oder was stört dich immer mit dem Retto-Sour?
01:07:57: Ich... Okay, jetzt bin ich einfach nicht der größte Amaretro-Fan.
01:08:01: Das mag ja vorangestellt sein Es passt für mich nicht zusammen Oder ich bin vielleicht einfach ein bittererer Getränkgetrinker mittlerweile.
01:08:09: Also ich hab' mich doch mehr zum bitteren Geschmacksentwickelt.
01:08:15: Hier habt ihr es zuerst gehört, Amoreto Sauer überbewertet.
01:08:18: Beim nächsten Mal sprechen wir über ein anderes Buch Finn!
01:08:21: Was haben wir das nächste mal im Angebot?
01:08:22: Ich
01:08:23: würde sagen nach der populären Woche.
01:08:25: heute geht es weiter mit den deutschen Bookpreis Long List Wochen und zudem muss uns aufgefallen dass wir noch nie einen Roman aus dem Kein-und-Aber Verlag besprochen haben obwohl, dass er durchaus ein wichtiger Gegenwartsverlag ist.
01:08:38: Das wollen wir nun ändern und wir sprechen über Orca von Franziska Gänzler.
01:08:43: ich bin sehr gespannt.
01:08:46: Ich denke mal, das wird interessanter als was wir diese Woche hier vor uns hatten.
01:08:51: Freut mich und vielen Dank für eure Zeit!
01:08:54: Und vielen dank fürs Zuhören!
01:08:55: Tschüss bis zum nächsten
01:08:58: Mal!
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